‪200 Menschen haben am Samstag unter dem Motto „Die Waffen nieder in der Ukraine!“ für ein Ende der „Nato-Osterweiterung“, für Verhandlungen mit Russland und gegen die „Einmischung“ von EU, USA und Russland in der Ukraine demonstriert. Zu dem Protestzug aufgerufen hatte die im Frankfurter Gewerkschaftshaus angesiedelte „Friedens- und Zukunftswerkstatt“, die auch den Frankfurter Ostermarsch organisiert.

FRANKFURT DEMONSTRATION FÜR UKRAINE
Demo für Deeskalation

Von ALICIA LINDHOFF

Viele Fahnen der Linkspartei prägen das Bild, doch auch die „Aschaffenburger Friedenstrommel“, die Antifa und die „Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen“ (DFG-VK) sind bei der Friedensdemo für die Ukraine vertreten.  Foto: Monika Müller

In Frankfurt demonstrieren am Samstag 200 Menschen für eine Deeskalationsstrategie in der Ukraine. Über Innenstadt samt Zeil und Konstablerwache zieht der Tross auch zum russischen Generalkonsulat am Oeder Weg.

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200 Menschen haben am Samstag unter dem Motto „Die Waffen nieder in der Ukraine!“ für ein Ende der „Nato-Osterweiterung“, für Verhandlungen mit Russland und gegen die „Einmischung“ von EU, USA und Russland in der Ukraine demonstriert. Zu dem Protestzug aufgerufen hatte die im Frankfurter Gewerkschaftshaus angesiedelte „Friedens- und Zukunftswerkstatt“, die auch den Frankfurter Ostermarsch organisiert.

Pünktlich um 11.55 Uhr, also um „fünf vor zwölf“ versammeln sich die Demonstranten im Kaisersack vor dem Hauptbahnhof. Viele Fahnen der Linkspartei prägen das Bild, doch auch die „Aschaffenburger Friedenstrommel“, die Antifa und die „Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen“ (DFG-VK) sind vertreten.

Friedensdemo für die Ukraine in Frankfurt

Bildergalerie (23 Bilder)

Nach einer kurzen Anfangskundgebung zieht der Tross langsam durch die Innenstadt und die Menschenmassen auf der Zeil. Auf dem Weg schallt aus den Lautsprechern des knallroten Demowagens die Stimme eines Aktivisten. Er wirft EU und Nato vor, mit ihrer „Expansionspolitik“ gen Osten den aktuellen Konflikt provoziert zu haben und die ukrainischen Faschisten zu unterstützen. Wer aber die deutsche Außenpolitik deswegen kritisiere, werde in den Massenmedien lächerlich gemacht und „zum alten Eisen gezählt“.

Nach einer Kundgebung vor dem ukrainischen Generalkonsulats nahe der Konstablerwache ziehen die Kriegsgegner in Richtung Oeder Weg, zum russischen Generalkonsulat. Dort spricht die Linken-Bundestagsabgeordnete Sabine Leidig. Sie fordert einen neuen Ansatz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa unter Einschluss von Russland.

AUTOR

Alicia Lindhoff

Autorin, Frankfurt/Rhein-Main

Fotostrecke: Friedensdemo für die Ukraine in Frankfurt

Ukraine: Skrupellose Söldner

Ukraine: Tote und Verletzte in der Ostukraine

Gaslieferungen: Ukraine begleicht Teil der Gas-Schulden

Ukraine: Weiteres OSZE-Team verschwunden

http://www.fr-online.de/frankfurt/frankfurt-demonstration-fuer-ukraine-demo-fuer-deeskalation,1472798,27311908.html

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Massenfischsterben: Verursachen in den Ozean eingeleitete Fukushima-Abwässer den millionenfachen Tod von Tieren?

Massenfischsterben: Überall auf der Welt wurden in den letzten Monaten Millionen Fische tot aufgefunden! Mass Fish Deaths: Millions Have Been Found Dead All Over The World In The Past Month

MassensterbenWeltweit kommt es zurzeit immer wieder zu einem Massensterben von Fischen. Uns stimmt diese Anhäufung von Massensterben unter Meerestieren mehr als nachdenklich. Kann man da noch von Zufall sprechen? Es betrifft unseren ganzen Planeten.

Bereits August 2013 haben wir, dieNetzfrauen darauf aufmerksam gemacht  dass seit März 2013 sich die Meldungen über unerklärliche Vorkommnisse des Fischsterbens häuften. Millionen um Millionen toter Fische beunruhigen die Menschen über die Welt verteilt. Alle sagen übereinstimmend, so etwas hätten sie noch nie gesehen.

.Die Vermutungen reichen von Verunreinigungen durch Gülle über Sauerstoffmangel bis zu Fischkrankheiten. Aber verbreiten sich solche Krankheiten innerhalb weniger Monate über die Welt? Es sind Süßwasser- und Salzwasserfische gleichermaßen betroffen.Lesen Sie dazu: Das weltweite unerklärliche Fischsterben (August 2013)

Fische, Austern, Vögel, Bienen, Schafe, Delfine, Wale, Haie, Schildkröten, Seekühe, Quallen, Seesterne, Rinder, Geflügel, Wildschweinen, in unserem Beitrag  Massensterben: Millionen von toten Tieren weltweit vom November haben wir aufgelistet, wo und wann die Tiere verendeten. In 2014 geht es weiter, zu diesem Thema haben wir Ihnen den unten stehenden Artikel übersetzt. Das Original finden Sie hier 

Auf unserem ganzen Planeten sterben plötzlich Millionen Fische. Tatsächlich wurden alleine im letzten Monat Dutzende Fälle von Massenfischsterben gemeldet. Wie kann das passieren? Warum sterben Fische in nicht vorstellbarem Ausmaß auf der ganzen Welt? Mehr als 6 Tonnen Fische starben alleine über das Wochenende in Marina Del Ra. Dieses Ereignis machte in den gesamten Vereinigten Staaten Schlagzeilen. Aber die Wahrheit ist, dass das, was gerade vor der südlichen Küste von Kalifornien passiert, nur die Spitze des Eisberges ist. Im Jahr 2014 ist das Massentiersterben bei Fischen weltweit zu einem täglichen Ereignis geworden. Einzeln gesehen könnte jedes dieser Ereignisse vielleicht als eine Anomalie gesehen werden, aber schaut man sich das Ausmaß aller Vorkommnisse an, packt sie in eine Liste, dann ist das ziemlich überwältigend. Gibt es einen Grund dafür, warum so viele Fische sterben? Gibt es etwas, das dieses Massentiersterben bei den Fischen verbindet? Hat sich etwas in unserer Umwelt verändert? Das Folgende sind nur einige Beispiele mit Berichten über das Massenfischsterben, die Tag für Tag auf der ganzen Welt vorkommen…

* Im April wurden 500.000 Karpfen mit „schwebendem Bauch nach oben in Kentucky Cumberland River” gefunden.

* Über das Wochenende starben Tausende und Abertausende von Fischen direkt an der südlichen kalifornischen Küste.

Kaliforniens Fish and Wildlife-Arbeiter schöpfen am Montag immer noch tote Meerestiere von der Oberfläche im Hafen, nachdem Tausenden toter Sardellen, Stachelrochen und sogar eine Krake über das Wochenende gestorben und angeschwemmt worden sind.

Bisher haben die Beamten 6 Tonnen toter Fische entsorgt und sie haben noch eine Menge Arbeit vor sich.

* Für den Tod von rund 35.000 Fischen in Minnesota wird „Sauerstoffmangel” verantwortlich gemacht.

* Für das letzte Massenfischsterben im Shark River, in der Nähe von Belmar in New Jersey, wird ebenfalls „Sauerstoffmangel” verantwortlich gemacht.

* Die Behörden in Menifee, Kalifornien, versuchen immer noch herauszufinden, was den Tod von Tausenden Fischen im Minefee Lake vor einigen Wochen verursacht hat…

Die Behörden testen auch am Freitag weiterhin das Wasser im Menifee Lake nachdem Tausende toter Fische dort seit letzter Woche angeschwemmt worden sind.

Die Vertreter der Statt Menifee hörten am Samstag das erste Mal von den angeschwemmten toten Fischen in dem See, der auf einem privaten Grundstück, etwa eine halbe Meile östlich der Autobahn 215 liegt,..

* Im Golf von Mexiko sterben Delfine und Meeresschildkröten in einer „Rekordanzahl

* Die Behörden in Maryland sind immer noch durch den Tod von7.000 atlantischen Menhaden im letzten Monat verwirrt…

Staatliche Umweltwissenschaftler untersuchen die Ursache eines Fischsterbens, bei dem etwa 7.000 atlantische Menhaden in den Gewässern von Inner Habor und Fells Point gestorben sind.

Jay Apperson, Sprecher des Umweltamtes in Maryland, sagte, dass sich Biologen am Dienstag mit einem Boot auf den Weg zu dem Ort des Fischsterbens gemacht haben. Er sagt, dieser Bereich erstreckt sich von der Mündung des Patapsco River über den Hafen von Baltimor bis zum Fells Point und Fort McHenry.

* Massenfischsterben in Lake Champlain in Vermont werden von Regierungsbeamten als „die neue Normalität” bezeichnet.

* Entlang der Küste von Nord-Kalifornien sterben Robben und junge Seelöwen „in Rekordzahlen.”

* Vor drei Monaten verloren Farmer in Singapur durch ein Massenfischsterben 160 Tonnen Fisch.

* Bereits im September wurden etwa 40 Kilometer des Fuhe-Flusses in China „mit toten Fischen bedeckt“.

* Ebenfalls im September letzten Jahres wurden nahezu zehn Tonnen toter Fische schwimmend auf einem See in der Nähe der Stadt Komotini in Griechenland. gefunden.

Die folgenden sind noch einige weitere Beispiele von Ereignissen des Massenfischsterbens nur aus den letzten Wochen, die aus einer Liste auf einer anderen Website zusammengestellt wurden…

17. Mai 2014 – Massen von toten Fischen tauchen tot in einem Jachthafen in Pultneyville, New York, Amerika, auf. Link

16. Mai 2014 – Massenfischsterben in Aragatsotn, Armenia. Link

15. Mai 2014 – Hunderte von Fischen sterben “aufgrund der Verschmutzung” in den Feuchtgebieten von Rewalsar, India. Link

14. Mai 2014 – Tausende von toten Fischen an Lang gespült in Cootes Paradise, Hamilton, Canada. Link

13. Mai 2014 –Zehntausende tote Fische angespült entlang der Küste von Tasmanien, Australien. Link

12. Mai 2014 – Massenfischsterben im Fluss Eden „ist ein Mysterium” Cumbria, England. Link

11. Mai 2014 – Tausende von toten Kugelfischen und toten Schildkröten angespült an verschiedenen Stränden in Kolumbien und Costa Rica. Link-und hier

11. Mai 2014 – Hunderte von toten Fischen in einem Teich gefunden, „ein Mysterium” in Southborough, England. Link

10. Mai 2014 – Tausende von toten Fischen durch die Umweltverschmutzung im Frühjahr in Sikkim, Indien. Link

9. Mai 2014 – Fischsterben ‘verursacht Panik „in der Luda Yana Fluss in Bulgarien. Link

8th May 2014 – Der Tod von Tausenden Fischen in einem See „schockt” die Bewohner in Mangalore, Indien. Link

8. Mai 2014 – 12 Tonnen toter Fische aus Seen in Chisago County, Minnesota, Amerika entfernt. Link

7. Mai 2014 – Massives Fischsterben n in einem Stauseen in Quanzhou, China. Link

7. Mai 2014 – Tausende von Fischen tot am Ufer des Roatan, Honduras. Link

5. Mai 2014 – Hunderte von toten Fischen an den Strand gespült, „ein Mysterium” in San Antonio Oeste, Argentinien. Link

5. Mai 2014 – Massenfischsterben in Seen in Almindingen, Dänemark entdeckt. Link

4. Mai 2014 – Massenfischsterben in einem Fluss in Fujian, China.Link

3. Mai 2014 – mehr als 1.000 tote Fische an Land gespült entlang einem See in Ontario, Canada. Link

2. Mai 2014 – 40.000 Fische sterben plötzlich in einem Damm in Piaui, Brasilien. Link

30. April 2014 – Das schlimmste Massenfischsterben, dass ich in den 26 Jahren, die ich hier arbeite, je gesehen habe, in Iowa, Amerika.Link

29. April 2014 – Dutzende von Meeresschildkröten sind tot angespült worden in Süd- Mississippi, Amerika. Link

29. April 2014 – Tausende von toten Fischen angespült an die Ufer der Seen in Wisconsin, Amerika. Link

28. April 2014 – Schildkröten und andere Meeresbewohner werden auch weiterhin tot angespült in Bari, Italien. Link

28. April 2014 – großes Fischsterben im Mogi -Fluss in Brasilien entdeckt. Link

25. April 2014 – großes Fischsterben in einem Reservoir in Nanchong, China entdeckt. Link

24. April 2014 – große Menge toter Fisch angespült in einem Fluss in La Chorrera, Panama. Link

23. April 2014 – 2 Millionen tote Fische in einem Damm in Teheran, Iran. Link

23. April 2014 – Massenfischsterben im Island Lake in Ontario, Kanada. Link

23. April 2014 – Tausende von toten Fischen in einem See in Mudanjiang, China. Link

22. April 2014 – 1000 tote Fische im Oona River, County Tyrone, Nordirland. Link

21. April 2014 – Große Mengen von totem Fisch entlang des Panchganga Fluss in Indien angespült. Link

19. April 2014 – Millionen tote Fische gefunden in Thondamanaru Lagoon, Sri Lanka. Link

Und denken Sie daran, diese Liste zeigt lediglich die Ereignisse, die nur in den letzten Monaten geschehen sind.

Also, was die Ursache für all diese Massenfischsterben?

Netzfrau Kerstin Hördemann

Schrecklich- Lebende Tiere als Schlüsselringe in China!

Wir sind empört: Delfin-Massaker vor Peru

Das Abschlachten von Delfinen

The Ocean is Broken – a Fukushima reality – Deutsche Übersetzung!

Fukushima: Kein Ende der Hiobsbotschaften in Sicht, doch die Medien schweigen

 

Rüstungsgeschäfte – ein Grund für die Verschuldung in Südeuropa! Geschäfte wie geschmiert? Die Firma ThyssenKrupp Marine Systems, eine Tochter von ThyssenKrupp, dominiert den Weltmarkt für konventionelle U-Boote. Marktüberlegenheit durch deutsche Technik? die story zeigt, mit welchen Methoden deutsche Werften, mit der Bildung immer neuer Konsortien, U-Boote weltweit verkaufen: am Beispiel Portugal.

http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/die_story/videogeschaeftewiegeschmiert102.html

 

Zur Erinnerung, wir Montagsdemonstranten sind als breite überparteiliche Volksbewegung angetreten um mit unserem Protest ein Umdenken zu bewirken. Ein jeder konnte teilnehmen. Wir waren überparteilich und gesellschaftskritisch ausgerichtet. Wir wollten den Frieden erhalten und notwendige Veränderungen im Staat erreichen. Echte Bürger- und Basisdemokratie, Medienfreiheit und Meinungsfreiheit sowie notwendige soziale- und wirtschaftliche Veränderungen standen auf unserer Agenda. Und die Montagsdemos wurden im alten revolutionären verändernden Gedanken der Montagsdemos der DDR abgehalten. Diese Gedanken haben die Menschen beflügelt und angezogen.

Montagsdemos – Entweder wir ändern uns oder wir gehen unter

Zur Erinnerung, wir sind als breite überparteiliche Volksbewegung angetreten um mit unserem Protest ein Umdenken zu bewirken. Ein jeder konnte teilnehmen. Wir waren überparteilich und gesellschaftskritisch ausgerichtet. Wir wollten den Frieden erhalten und notwendige Veränderungen im Staat erreichen. Echte Bürger- und Basisdemokratie, Medienfreiheit und Meinungsfreiheit sowie notwendige soziale- und wirtschaftliche Veränderungen standen auf unserer Agenda. Und die Montagsdemos wurden im alten revolutionären verändernden Gedanken der Montagsdemos der DDR abgehalten. Diese Gedanken haben die Menschen beflügelt und angezogen.

Heute grenzen wir auf den Demos Menschen aus, schämen uns, weil da jemand vielleicht von Chemtrails sprechen könnte, sehen uns gehetzt um, ob nicht irgendwo ein “Rechter” dabei ist, der die Demo missbrauchen will und achten darauf, dass das Micro ja nicht an jemanden geht, der uns irgendwie “diskreditieren” könnte. Unsere Orgas in den einzelnen Städten distanzieren sich von allem und von jedem um nicht in ein schlechtes Licht zu geraten. In manchen Städten gibt es gleich mehrere Montagsdemos, in Konkurrenz zueinander, weil die Organisatoren in einem Ball der Eitelkeiten nicht miteinander können. Und das Ergebnis ist? Es bleiben die Menschen weg und ein guter Gedanke wird zu Grabe getragen.

Das darf so nicht weiter gehen!
Wir müssen zurück zu unseren Grundideen, müssen wieder laut offen, rebellisch und revolutionär werden. So, wie wir antraten. Gemeinsam statt gegeneinander muss wieder die Losung werden. Und an unsere Orgas, “wenn ihr es nicht schafft miteinander auszukommen oder mit dem Druck der Medien und der Öffentlichkeit fertigzuwerden, dann lasst andere ran, die sich das zutrauen”
Denn es darf uns nicht um persönliche Eitelkeiten gehen, sondern darum Veränderungen zu schaffen, die in unserem Land und von ihm ausgehend, für alle Frieden schaffen und zu dauerhaftem Frieden und Freiheit führen!

Walter Ehret

http://peacetrain.de/2014/05/30/montagsdemos-entweder-wir-aendern-uns-oder-wir-gehen-unter/

Türkische Soziologen: “Gezi hat das Denken der Türken verändert! ” Für mich ist Gezi ein Phänomen, das die Furcht der Türken vor ihrem Staat niedergerissen hat. Denn der Staat ist hier so allgegenwärtig, so erdrückend. Ich habe als Journalistin und Soziologin jahrelang auf diese Bewegung gewartet. Aber sie ist nie gekommen. Zum ersten Mal seit Beginn der Republik 1923 sind die Türken gegen die Staatsmacht aufgestanden und haben eine wirkliche Demokratie und ihre Freiheit verlangt. Es war mehrheitlich eine junge Bewegung, das ist richtig – aber sie wurde von allen Altersgruppen und Schichten unterstützt. Gezi war eine geistige Revolution. Sie hat das Denken in den Köpfen verändert. Schauen Sie, was nach dem Grubenunglück in Soma passiert ist: Das ganze Land war auf den Beinen, um diese Arbeiter und ihre Familien zu verteidigen, die vom Staat und den Unternehmern benutzt wurden. Die Menschen haben gesehen, welche Macht sie haben – aber auch, dass ihnen eine politische Organisation fehlt. Die etablierten Parteien können keine wirkliche Antwort auf die Demokratieforderung der Gezi-Bewegung geben.

Hochexplosiv für den Weltfrieden: Der Streit um Inseln im südchinesischen Meer! Wie können die Länder unterstützt werden, die Konflikte friedliche beizulegen?

Japan meldet erneut chinesische Schiffe in umstrittenem Gewässer

31. Mai 2014, 08:41

US-Verteidigungsminister wirft Peking Destabilisierung vor

Tokio/Peking – Japan hat der chinesischen Küstenwache vorgeworfen, mit zwei Booten in das Hoheitsgewässer zweier umstrittener Inseln im Ostchinesischen Meer vorgedrungen zu sein. Die beiden Schiffe seien gegen 10.00 Uhr (03.00 MESZ) in die Zwölf-Meilen-Zone vor den Senkaku-Inseln eingedrungen, teilte die japanische Küstenwache am Samstag mit und sprach vom zwölften derartigen Zwischenfall in diesem Jahr.

Die unbewohnte Inselgruppe wird von Tokio kontrolliert. Aber auch China beansprucht die Inseln für sich, die es Diaoyunennt. Diese liegen in fischreichen Gewässern, in der Umgebung werden größere Öl- und Gasvorkommen vermutet. China schickt immer wieder Schiffe in das Seegebiet um die Insel, um Stärke zu demonstrieren.

“Historische Rechte”

Peking erhebt darüber hinaus Anspruch auf fast das gesamte Südchinesische Meer, auch auf Regionen vor den Küsten von Nachbarländern. Die Volksrepublik beruft sich dabei auf “historische Rechte”, die sie zunehmend aggressiv durchsetzen will. Derzeit kommt es deswegen immer wieder zu Zusammenstößen auch mit Vietnam.

Während des sogenannten Shangria-La-Dialogs, einer jährlichen Sicherheitskonferenz in Singapur, warf US-Verteidigungsminister Chuck Hagel der Führung in Peking vor, mit “destabilisierenden einseitigen Maßnahmen” territoriale Ansprüche in dem Gebiet durchsetzen zu wollen. Ungeachtet der Frage zur Rechtmäßigkeit der Ansprüche lehne Washington jede Art von “Einschüchterung, Nötigung und Androhung von Gewalt” zu deren Durchsetzung ab, sagte Hagel. (APA, 31.5.2014)

Artikelbild

US-Soldaten nach Rückkehr aus dem Krieg nicht mehr von Interesse!Nach Medienberichten sollen allein im Bundesstaat Arizona 40 Veteranen gestorben sein, weil sie zu spät behandelt worden seien. “Wir müssen das Problem lösen”, sagte Obama. Erste Prüfungen hätten landesweite Missstände bei der Gesundheitsversorgung ehemaliger Soldaten ergeben. Missstände im Zusammenhang mit Veteranen seien keine neue Entwicklung seien, sondern teilweise “seit Jahrzehnten ein Problem” seien.

US-Veteranen-Minister tritt zurück

30. Mai 2014, 19:03

Skandal: 40 Veteranen in Arizona gestorben – Missstände in Gesundheitsversorgung weit verbreitet

Washington – US-Veteranen-Minister Eric Shinseki ist nach einem Skandal um den Tod zahlreicher Kriegsveteranen zurückgetreten. Nach Medienberichten sollen allein im Bundesstaat Arizona 40 Veteranen gestorben sein, weil sie zu spät behandelt worden seien. Präsident Barack Obama sagte am Freitag, er nehme den Rücktritt mit Bedauern an.

“Wir müssen das Problem lösen”, sagte Obama. Erste Prüfungen hätten landesweite Missstände bei der Gesundheitsversorgung ehemaliger Soldaten ergeben. Dies sei “völlig inakzeptabel. Unsere Veteranen verdienen das Beste.”

Emotionales Thema

 

Der Skandal schwelt bereits seit Wochen in den USA. Vor allem Republikaner hatten einen Rücktritt des Ministers verlangt. Die Stellung und Behandlung von Kriegsveteranen in der Gesellschaft ist ein emotional besetztes Thema in den USA. Obama selbst war fünf Monate vor den wichtigen Kongresswahlen in Bedrängnis geraten – vor allem die großen TV-Sender berichteten breit über den Skandal.

Obama schloss Ermittlungen der Justiz wegen des Verdachts krimineller Vergehen nicht aus. Nach Medienberichten wurden etwa in einem Veteranen-Hospital in Phoenix Wartelisten für die Aufnahme ehemaliger Soldaten nur zum Schein geführt. Obama machte klar, dass die Probleme nicht länger unter den Teppich gekehrt werden dürften. Wenn mehr Ärzte oder mehr Geld für eine schnellere Behandlung gebraucht werden sollten, müsse auch darüber geredet werden. Ein neuer Minister wurde zunächst nicht berufen.

Shinseki – ein ehemaliger Vier-Sterne-General – selbst hatte am Freitag zu Veteranen gesprochen, erhebliche Missstände eingeräumt und sich entschuldigt. Er sei auch dabei, Verantwortliche zu feuern, sagte Obama.

Obama hatte sich nach längerem Schweigen vergangene Woche erstmals geäußert und rückhaltlose Aufklärung verlangt. Bereits damals räumte der Präsident ein, dass Missstände im Zusammenhang mit Veteranen keine neue Entwicklung seien, sondern teilweise “seit Jahrzehnten ein Problem” seien.  (APA, 30.5.2014)

http://derstandard.at/2000001682485/US-Veteranen-Minister-tritt-zurueck

Rechtspopulisten fordern, Flüchtlinge in Seenot ertrinken zu lassen! Erneut 3.300 Migranten vor Sizilien gerettet – Die meisten Migranten stammen aus Syrien. Unter den Flüchtlingen befanden sich mehrere Kleinkinder und hochschwangere Frauen. 44.000 Flüchtlinge haben seit Jahresbeginn Italien erreicht – Italien fordert EU-Unterstützung – Das italienische Innenministerium warnte kürzlich, dass 800.000 Menschen in Libyen darauf warten, in Richtung Italien abzureisen. Populistische Parteien drängen in Italien auf ein Ende der Mission “Mare Nostrum” zur Rettung von Flüchtlingen in Seenot.

Erneut 3.300 Migranten vor Sizilien gerettet

31. Mai 2014, 11:42

44.000 Flüchtlinge haben seit Jahresbeginn Italien erreicht – Italien fordert EU-Unterstützung

Rom – Der Strom an Flüchtlingen Richtung Sizilien reißt nicht ab. Schiffe der italienischen Marine sind seit über 24 Stunden im Dauereinsatz und retteten mehr als 3.300 Migranten, meldete die italienische Nachrichtenagentur ANSA. Die meisten Migranten stammen aus Syrien und sollen in den nächsten Stunden auf Sizilien eintreffen.

Unter den Flüchtlingen befanden sich mehrere Kleinkinder und hochschwangere Frauen. Zwei Migranten in schlechtem Gesundheitszustand wurden mit einem Hubschrauber nach Lampedusa geflogen, berichteten italienische Medien. Auf der Insel Lampedusa trafen 271 Migranten aus Eritrea ein, darunter zwölf Kinder.

Hunderttausende warten

 

44.000 Migranten haben seit Jahresbeginn die italienische Küste erreicht. Das italienische Innenministerium warnte kürzlich, dass 800.000 Menschen in Libyen darauf warten, in Richtung Italien abzureisen. Populistische Parteien drängen in Italien auf ein Ende der Mission “Mare Nostrum” zur Rettung von Flüchtlingen in Seenot. Die Rettungsaktion würde den Menschenhandel über das Mittelmeer fördern, argumentiert unter anderem die rechtspopulistische Lega Nord.

 

Lega-Chef Matteo Salvini drängte Brüssel, Druck auf die UNO zu machen, damit diese in Libyen die Verwaltung jener Flüchtlingslager übernehme, von denen aus die Menschen in Richtung Europa aufbrechen. Auch die EU-Grenzschutzagentur Frontex solle verstärkt zum Einsatz kommen, forderte Salvini.

Wichtigster Agendapunkt

 

Die Regierung Renzi will an der humanitären Mission “Mare Nostrum” festhalten, fordert jedoch Unterstützung vonseiten der EU. Italien, das ab 1. Juli den EU-Vorsitz übernimmt, will die Flüchtlingsfrage ganz oben auf seiner EU-Agenda positionieren.

 

“Alle EU-Mitgliedstaaten zahlen einen hohen Preis für die fehlende gemeinsame Einwanderungspolitik. Auch EU-Staaten ohne Zugang zum Mittelmeerraum, begreifen inzwischen, welche hohe Kosten mit dem Mangel an einer gemeinsamen Flüchtlingsstrategie verbunden sind. Länder wie Schweden sind nach den Massenankünften der letzten Monate mit Asylanträgen überflutet”, erklärte der italienische Staatssekretär für Europapolitik, Sandro Gozi.

 

Italien könne den Zustrom an Flüchtlingen nicht mehr alleine bewältigen. “Zwar setzen wir die Mission ´Mare Nostrum ´ fort, weil wir Migranten ja nicht im Mittelmeer ertrinken lassen können. Wir verlangen jedoch, dass ´Mare Nostrum ´ zu einem gesamteuropäischen Einsatz wird”, so Gozi. (APA, 31.5.2014)

http://derstandard.at/2000001686656/Erneut-1300-Migranten-vor-Sizilien-gerettet

“Solange der Westen im Wohlstand leben will, gibt es für Länder wie den Irak, die reich an Bodenschätzen sind, keine Perspektive, ein Leben in Frieden und Würde zu führen. Nur die billige Ausnutzung der Rohstoffe an anderen Orten der Welt verschafft dem Westen Wohlstand. Wenn der Westen sich vom wilden Kapitalismus verabschiedete, hätte man überall auf der Erde ein friedliches Leben. Aber das wird ein Traum bleiben.” Der irakische Schriftsteller Najem Wali: auf die Frage: Der Irak verfügt über Erdöl, Wasser, fruchtbaren Boden, müsste prosperieren. Aber seit 1980 erlebte er nur Kriege und Chaos? Die Amerikaner kamen ohne Konzept und Kenntnisse über das Land. Sie wussten nichts über den Irak. Entziehen kann man sich der Tötungsmaschinerie nicht, auch wenn man nicht an ihr teilnehmen möchte. Da tun sich menschliche Abgründe auf, die Angst tritt hervor. Das grausame Gebaren der Amerikaner offenbart nur, dass sie ihre Angst nicht bewältigen können. Sie dürfen nie ihre menschliche Seite zeigen. In den Augen fanatischer Militärs, die an den Krieg glauben, wäre das Schwäche. Und Schwäche darf man nicht zulassen. Hinzu kommt der Hass. Die schlimmste Droge ist der Patriotismus. Alle Kriege werden im Namen des Patriotismus geführt. Mit dieser Droge kann man Menschen betäuben. Dann gehen sie hin und denken, sie würden ihre Grenzen, ihre Gesellschaft und ihre Werte verteidigen. Der Patriotismus ist eine Religion. Offen sagt niemand, er kämpfe für die Religion. Das sagen nur die Al-Kaida-Leute. Alle anderen reden von Patriotismus, oder man sagt “Friedensmission” wie die EU. Die Religion unterschlägt man. Aber es sind durchaus religiöse Kriegszüge.”

Najem Wali: “Der Sieg des Erzählens”

INTERVIEW | RUTH RENÉE REIF

Najem Wali schreibt über den Irakkrieg: "Kriege hinterlassen Spuren in den Menschen und in der Gesellschaft. Wenn man überleben will, ist man zu jedem Verbrechen fähig ..."

31. Mai 2014, 12:00

Der in Deutschland lebende irakische Schriftsteller über Patriotismus als Droge und seinen neuen Roman “Bagdad Malboro”

STANDARD: Herr Wali, Sie kommen gerade von einer Lesereise mit Ihrem neuen Roman aus Bagdad zurück. Was empfinden Sie, wenn Sie in Ihre Heimat reisen? Können Sie sich vorstellen, wieder dort zu leben?

Najem Wali: Nach dieser Reise würde ich gerne einige Zeit da leben. Ob ich ganz zurückkehren möchte, weiß ich nicht. So viele junge Menschen kannten meine Bücher. Und trotz der Gefahr von Autobomben in den Peripherien Bagdads kamen sie aus ihren Stadtteilen, um an meiner Lesung teilzunehmen und mich zu treffen. Das war sehr berührend.

STANDARD: Die Originalausgabe Ihres Romans erschien in Beirut. Ist sie im Irak erhältlich?

Wali: Mein Roman kann im Irak gelesen werden, auch wenn er Kritik enthält. Er wird sogar rezensiert. Die Regierungszeitungen greifen ihn natürlich an und nennen mich einen Verräter. Das sind die alten Garden. Sie haben die Uniformen von Saddam Hussein gegen die religiösen Gewänder getauscht.

STANDARD: Bereits zu Beginn nennen Sie all die Tugenden, die im Irak verschwunden sind. Haben die jahrzehntelangen Kriege das gesellschaftliche Zusammenleben zerstört?

Wali: Kriege hinterlassen Spuren in den Menschen und in der Gesellschaft. Wenn man überleben will, ist man zu jedem Verbrechen fähig, vom Betrug bis zum Mord. Die irakische Gesellschaft hat durch diese Kriege sehr gelitten. Das empfinden alle Iraker. Auch wir im Exil erzählen, wie unsere Familien, unsere Verwandten und Freunde traumatisiert wurden.

STANDARD: Seit Ankunft der Amerikaner ist das ganze Land verrückt geworden”, lassen Sie Ihren Protagonisten sagen. Begannen die ärgsten Verwüstungen erst nach der amerikanischen Besetzung?

Wali: Ich habe einmal vom Frankenstein’schen Labor gesprochen. Diktatoren sind wie Frankenstein. Wenn sie weg sind, bleibt ihr Labor zurück, und alle Bösartigkeiten treten daraus hervor. Das erleben wir in Syrien. Das haben wir in Libyen gemerkt. Das geschah im Irak. Da war es noch schlimmer, weil eine große Macht mit ihrer militärischen Kraft einmarschierte. Die Menschen verstanden, dass nur die Sprache der Gewalt zählt.

STANDARD: Sie lassen im Roman keinen Zweifel daran, dass es der amerikanischen Besatzung nicht gelang, das Land zu befrieden …

Wali: Die Amerikaner kamen ohne Konzept und Kenntnisse über das Land. Sie wussten nichts über den Irak. Das Erste, was sie taten, war, die Armee zu entlassen. Ein Fehler. Die Armee hatte nie gegen die Amerikaner gekämpft. Sie bestand aus Bauern- und Arbeitersöhnen, die sich aus materieller Not zum Militärdienst entschlossen hatten. Nach ihrer Entlassung standen sie, ohnehin traumatisiert vom Iran-Irak- und vom Kuwaitkrieg, auch noch ohne Einkommen für ihre Familien mit ihren Waffen auf der Straße. Jeder konnte sie rekrutieren. Für 200 Dollar konnte man eine Armee aufstellen. Das geschah auch. Der Bürgerkrieg von 2006 bis 2008 war ein grausames Phänomen.

STANDARD: Warum führten auch die ersten freien Wahlen nach immerhin vierzig Jahren zu keiner Normalisierung der Lage?

Wali: Für den Irak war es nicht wichtig, dass als Erstes Wahlen stattfanden. Viel wichtiger wäre es gewesen, die Infrastruktur aufzubauen und eine zivile Übergangsregierung zustande zu bringen. Nach vier, fünf Jahren hätte man Wahlen organisieren können. Wenn in einem Land, das jahrzehntelang unter diktatorischer Herrschaft stand und von der Welt abgeschottet war, die Regierung gestürzt wird, treten religiöse Kräfte hervor. Das passierte im Irak. Diese religiösen Gruppen fanden leichtes Futter.

STANDARD: Von daher erfolgte der Abzug der Amerikaner ganz unvermittelt. Die Lage im Land war weder befriedet noch gefestigt.

Wali: So wie die Amerikaner 2003 einmarschierten, zogen sie 2011 ab. Warum marschierten sie ein, warum zogen sie ab? Außerdem übertrugen auch die Nachbarländer ihre Konflikte auf den Irak. Der Iran hatte einen Konflikt mit den USA, ausgetragen wurde er in Bagdad. Ähnliches galt für die Türkei.

STANDARD: “Nichts ist quälender als das Gefühl der Schuld”, heißt es im Roman. Gibt es für diese Schuld, der sich Menschen in einem Krieg aussetzen, keinen Ausweg?

Wali: Das ist das Dilemma aller Kriege: Entweder man kommt als Held unter die Erde oder lädt Schuld auf sich. Entziehen kann man sich der Tötungsmaschinerie nicht, auch wenn man nicht an ihr teilnehmen möchte. Mein Protagonist steht vor der Entscheidung: töten oder getötet werden. Einen anderen Ausweg hat er nicht.

STANDARD: Was in Ihrem Roman besonders erschüttert, ist die Grausamkeit. Da werden Menschen gefoltert und lebendig begraben. Ist das die Normalität des Krieges?

Wali: Da tun sich menschliche Abgründe auf, die Angst tritt hervor. Das grausame Gebaren der Amerikaner offenbart nur, dass sie ihre Angst nicht bewältigen können. Sie dürfen nie ihre menschliche Seite zeigen. In den Augen fanatischer Militärs, die an den Krieg glauben, wäre das Schwäche. Und Schwäche darf man nicht zulassen. Hinzu kommt der Hass.

STANDARD: Woher kommt der?

Wali: Die schlimmste Droge ist der Patriotismus. Alle Kriege werden im Namen des Patriotismus geführt. Mit dieser Droge kann man Menschen betäuben. Dann gehen sie hin und denken, sie würden ihre Grenzen, ihre Gesellschaft und ihre Werte verteidigen.

STANDARD: Welche Rolle spielt die religiöse Komponente?

Wali: Der Patriotismus ist eine Religion. Offen sagt niemand, er kämpfe für die Religion. Das sagen nur die Al-Kaida-Leute. Alle anderen reden von Patriotismus, oder man sagt “Friedensmission” wie die EU. Die Religion unterschlägt man. Aber es sind durchaus religiöse Kriegszüge. Bis heute hat die Menschheit sich von Religion nicht befreit. Wenn ich jetzt auf Marx verweise und auf Religion als Opium des Volkes, wird man das altmodisch nennen.

STANDARD:  War die Sprengung der Goldenen Moschee von Samarra am 22. Februar 2006, auf die Sie im Roman verweisen, ein symbolischer Akt, um die Kultur zu zerstören?

Wali: Kulturelle Einrichtungen sind Symbole. Daher werden sie in einem Krieg zuerst angegriffen. Die goldene Kuppel von Samarra war ein besonderes Symbol, weil die Stadt beide Gruppen, Sunniten und Schiiten, beherbergte. Die Heiligen beider Gruppen sind in dieser Stadt begraben. So war diese Kuppel ein Symbol für die Einheit beider islamischen Gruppen und für das Zusammenleben mit anderen Religionen. Genau das wollte man zerstören.

STANDARD: Ihr Roman enthält viele Zitate und Verweise. Auch Dichter lassen Sie auftreten. Was kann Dichtung in Zeiten des Krieges?

Wali: Dichtung versorgt uns mit Träumen. Dank der Träume überlebt der Mensch. Mit Träumen bewältigt er Krisen, Hilflosigkeit und Angst. Mein Dichter im Roman sammelt diese Träume. Er geht zu den Soldaten, die eingekesselt, verloren und einsam in den Gräben zittern und sich vor dem Sterben fürchten, und fragt sie nach ihren Wünschen für die Zeit nach dem Krieg. In einem Notizbuch hält er diese Wünsche fest.

STANDARD: Rückblenden und Geschichten in Geschichten erinnern beim Lesen des Romans an “1001 Nacht”. Sind diese Märchen ein literarisches Vorbild für Sie?

Wali: Ich liebe es, wenn eine Erzählung nicht linear verläuft. Insofern sehe ich mich in dieser Tradition, die viele Schriftsteller der Weltliteratur beeinflusst hat. Vor allem aber sehe ich mich in dieser Tradition, wenn das Erzählen zu einer Form des Überlebens gegen Tyrannei wird. Scheherazade schafft es durch das Erzählen, gegen einen grausamen König zu überleben. Nach 1001 Nacht hat sie drei Kinder von ihm, und er feiert seine Liebe zu ihr. Das ist der Sieg des Erzählens.

STANDARD: Wie beurteilen Sie die Lage der irakischen Schriftsteller?

Wali: Ich kenne gute Schriftsteller, die zur Zeit von Saddam Hussein die innere Emigration vorzogen und sich von der Realität im Lande abwandten. Sie schrieben über Themen aus der babylonischen oder sumerischen Zeit. Nach 2003 schwiegen sie ganz. Die Schriftsteller wiederum, die sich unter Saddam Hussein der Propaganda ergeben hatten, tun dies weiterhin. Sie propagieren die Heiligtümer der schiitischen Religion, weil diese die Macht im Lande stellt. Durch den Wegfall der Zensur und die Freiheit, schreiben zu können, was man will, entsteht nicht automatisch gute Literatur.

Standard: Eigentlich müsste der Irak ein prosperierendes Land sein. Er verfügt über Erdöl, Wasser, fruchtbaren Boden. Aber seit Ihrer Flucht 1980 erlebte er nur Kriege und Chaos. Warum kommt das Land nicht zur Ruhe?

Wali: Solange der Westen im Wohlstand leben will, gibt es für Länder wie den Irak, die reich an Bodenschätzen sind, keine Perspektive, ein Leben in Frieden und Würde zu führen. Nur die billige Ausnutzung der Rohstoffe an anderen Orten der Welt verschafft dem Westen Wohlstand. Daher kommt die Welt nicht zur Ruhe. Wenn der Westen sich vom wilden Kapitalismus verabschiedete, hätte man überall auf der Erde ein friedliches Leben. Aber das wird ein Traum bleiben. (Ruth Renée Reif, Album, DER STANDARD, 31.5./1.6.2014)

Najem Wali, 1956 im irakischen Basra geboren, studierte deutsche Literatur an der Universität Bagdad. 1978 wurde er zum Militärdienst eingezogen. Als Kritiker Saddam Husseins und Gegner des Iran-Irak-Krieges verbrachte er 1980 sechs Wochen im Gefängnis, wo er gefoltert wurde. Noch im selben Jahr floh er ins Exil nach Deutschland. Zu seinen jüngsten Romanen zählen “Engel des Südens” (Hanser, 2011) und “Bagdad Marlboro” (Hanser, 2014). Najem Wali lebt in Berlin.

http://derstandard.at/2000001658472/Najem-Wali-Der-Sieg-des-Erzaehlens

Arbeiter aus Bulgarien und Rumänien werden gelockt, das versprochene Geld sehen sie fast nie – In der Pflege, auf dem Bau, in Schlachthöfen: In der gesamten EU arbeiten Menschen aus Bulgarien und Rumänien schwarz – und umsonst. Angeworben werden sie von Bekannten oder falschen Vermittlungsagenturen, auf die versprochenen vier Euro Stundenlohn warten sie dann vergeblich. Arbeitsausbeutung: “Das Problem hat sich mit der Wirtschaftskrise verschärft”. Die Arbeitslosigkeit ist hoch bei uns, besonders in den ärmeren Regionen. Das Problem dabei: Den Leuten wird ein Stundenlohn von etwa vier Euro versprochen, und sie glauben, das ist viel. Und dann gibt es nicht einmal dieses Geld. Leider gibt es keine Anti-trafficking-Agentur in Deutschland oder eine Taskforce zur Bekämpfung der Arbeitsausbeutung wie in Österreich.

Arbeitsausbeutung: “Das Problem hat sich mit der Wirtschaftskrise verschärft”

INTERVIEW | PETRA STUIBER
31. Mai 2014, 11:00

Ausbeutung, ein Problem auf dem Bau – aber nicht nur dort. Arbeiter aus Bulgarien und Rumänien werden nach Österreich gelockt, das versprochene Geld sehen sie fast nie

Wien – In der Pflege, auf dem Bau, in Schlachthöfen: In der gesamten EU arbeiten Menschen aus Bulgarien und Rumänien schwarz – und umsonst. Angeworben werden sie von Bekannten oder falschen Vermittlungsagenturen, auf die versprochenen vier Euro Stundenlohn warten sie dann vergeblich. Die bulgarische Expertin Anita Dimitrova kennt die Probleme.

STANDARD: Sie sind für die Bekämpfung von Menschenhandel zuständig. Was hat das mit Schwarzarbeit, etwa in Österreich, zu tun?

 

Dimitrova: Zu mir kommen fast alle Fälle von Menschenhandel oder Fälle mit Verdacht auf Menschenhandel, egal in welcher Form – sexuelle Ausbeutung, Betteln, Diebstähle, auch Arbeitsausbeutung. Das ist ein großes Thema in Bulgarien, das wir mit fast allen EU-Ländern haben – etwa mit Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien, Griechenland, Zypern und Polen. In Österreich ist das Problem besonders auf dem Bau virulent.

 

STANDARD: Wie geht das vor sich?

 

Dimitrova: Vorwiegend über Mundpropaganda oder falsche Vermittlungsagenturen. Bekannte aus dem Dorf oder aus der Region kommen mit dem Mercedes an und sagen, wie gut man im Westen verdient. Die Arbeitslosigkeit ist hoch bei uns, besonders in den ärmeren Regionen. Das Problem dabei: Den Leuten wird ein Stundenlohn von etwa vier Euro versprochen, und sie glauben, das ist viel. Und dann gibt es nicht einmal dieses Geld. Die Leute sind auch nicht versichert. Oft bleiben sie für Monate, lassen sich immer wieder vertrösten.

 

STANDARD: Was können Sie da tun?

 

Dimitrova: Wir raten den Opfern, sofort zu gehen – zu warten macht gar keinen Sinn, das Geld sehen sie nie. Positiv ist zu sehen, dass das Vertrauen der Bulgaren in staatliche Stellen langsam zunimmt. Früher hätte sich niemand an uns gewandt – jetzt kommen die Opfer wenigstens, wenn auch erst nach Monaten.

 

STANDARD: Ist das Bauwesen eine besonders problematische Branche?

 

Dimitrova: Das kann man so nicht sagen. Mit Deutschland haben wir beispielsweise das große Thema illegale Pflegekräfte, Fleischschlachten, Baustellen. Wir arbeiten sehr gut mit dem deutschen BKA und anderen staatlichen Einrichtungen zusammen. Leider gibt es keine Anti-trafficking-Agentur in Deutschland oder eine Taskforce zur Bekämpfung der Arbeitsausbeutung wie in Österreich. Aber wir kooperieren gut mit den NGOs in Deutschland.

 

STANDARD: Was bringt die Taskforce?

 

Dimitrova: Primär, dass wir direkte Ansprechpartner haben, die uns auch bei etwaigen Verfahren in Bulgarien helfen. Arbeitsausbeutung ist immer schwer zu beweisen. In Österreich haben wir noch keine einzige Verurteilung deswegen. Das mag auch daran liegen, dass sich die Opfer nicht als solche sehen – sie kommen erst zu uns, wenn sie schon monatelang kein Geld mehr gesehen haben. Oft sind die Grenzen zu anderen Verbrechen fließend: Von Erntehelferinnen und Erdbeerpflückerinnen, die etwa nach Spanien gegangen sind, erfahren wir oft nebenbei, dass sie auch sexuelle Gewalt und Ausbeutung erlebt haben.

 

STANDARD: Gibt es in Bulgarien Verfahren gegen Schlepper?

 

Dimitrova: 2013 startete eine Polizeiaktion “Haskovo” zwischen bulgarischen und österreichischen Polizeikräften. Das Ergebnis: 58 Tatverdächtige und circa 100 Opfer. Erste Verurteilungen gibt es bereits, die Täter sitzen bis zu neun Jahre im Gefängnis. Den Opfern stehen nun Entschädigungen zu, die muss man entweder auf dem Zivilweg einklagen – was mühsam ist. Oder man versucht, dies im Rahmen eines Strafverfahrens gleich dranzuhängen. Dabei ist uns die Taskforce im österreichischen Außenministerium behilflich.

 

STANDARD: Ist Arbeitsausbeutung in Österreich ein weniger großes Problem als etwa in Deutschland?

 

Dimitrova: Aus Österreich kommen fast nur noch Signale in Sachen Arbeitsausbeutung. Und wir haben das Dauerthema, dass sehr viele bulgarische Frauen hier sexuell ausgebeutet werden. In Deutschland auch. Was wir zum Glück nicht mehr haben, ist das Problem mit bettelnden bulgarischen Kindern auf Wiens Straßen. Das war 2005, 2006 virulent. Auch mithilfe der Drehscheibe in Wien, Botschaft und Bundeskriminalamt haben wir eine Lösung gefunden. Die Kinder sind heute in Wohngemeinschaften gut versorgt.

 

STANDARD: Hat sich das Problem durch die Öffnung des EU-Arbeitsmarktes verschärft?

 

Dimitrova: Nein. Die Ängste vieler Briten, hunderttausende Bulgaren würden nach Großbritannien gehen, haben sich nicht bewahrheitet. Das Problem der Arbeitsausbeutung hat sich mit der Wirtschaftskrise verschärft. Wir versuchen auch, auf lokaler Ebene gegenzuwirken. Viele Männer, die weggehen, um im Ausland ihr “Glück” zu machen, fallen daheim aus allen Netzwerken raus. Wenn sie arm zurückkommen, haben sie nichts mehr. Für diese Männer brauchen wir Unterkünfte.

 

STANDARD: Was tut Bulgarien auf Gesetzesebene gegen Ausbeutung?

 

Dimitrova: Seit 2003 gibt es bei uns Gesetze zur Bekämpfung des Menschenhandels. Bulgarien hat die EU-Richtlinie 2011/36 zur Bekämpfung von Menschenhandel 2013 implementiert. Der Begriff Menschenhandel im Strafgesetzbuch wurde spezifiziert und im Vorjahr erweitert. (Petra Stuiber, DER STANDARD, 31.05/01.06. 2014)


Das Gespräch mit Anita Dimitrova fand im Rahmen der nationalen Konferenz zur Bekämpfung von Menschenhandel im April in Pleven (Nordbulgarien) statt.

http://www.antitraffic.government.bg

http://derstandard.at/2000001677431/Arbeitsausbeutung-Das-Problem-hat-sich-mit-der-Wirtschaftskrise-verschaerft