LAMPEDUSA
Bis zu 200 Menschen nach Bootsunglück vermisst

Wieder ist ein Flüchtlingsboot vor der Küste der italienischen Insel Lampedusa gekentert. 400 Menschen sollen an Bord gewesen sein, 200 wurden bisher gerettet.

Bei einem Bootsunglück vor der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa sind offenbar mindestens 14 Menschen ums Leben gekommen. Die Zahl werde sich möglicherweise noch erhöhen, 200 Menschen seien bereits gerettet worden, teilte Italiens Marine mit. Insgesamt sollen sich rund 400 Flüchtlinge an Bord befunden haben, als das Schiff etwa 180 Kilometer vor Lampedusa kenterte.

Immer wieder versuchen Menschen, von der nordafrikanischen Küste aus in überladenen und wenig seetüchtigen Booten über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Da die Wetterlage gut war, kamen laut Marine allein in den vergangenen Tagen mehr als 4.300 Migranten aus Nordafrika in Italien an.

Schwere Unglücke dieser Art sind keine Seltenheit. Im Oktober vergangenen Jahres starben vor Lampedusa bereits 366 Flüchtlinge. Ihr überfülltes Boot war in der Nähe der Insel gekentert, nur 155 Menschen überlebten das Unglück.

Flüchtlinge werden Thema der EU-Innenminister

Um Unfälle dieser Art zu verhindern, startete die italienische Regierung daraufhin den Einsatz Mare Nostrum, bei dem Kriegsschiffe, Drohnen und Hubschrauber eingesetzt werden, um Flüchtlingsboote ausfindig zu machen. Dennoch ertranken erst am Wochenende 36 Menschen vor der Küste Libyens, als ihr Boot östlich der Hauptstadt Tripolis kenterte.

EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström zeigte sich “tief schockiert” von der erneuten Katastrophe vor der Haustür der Europäischen Union. “Es ist die eindeutige Verantwortung aller Mitgliedstaaten der Europäischen Union, jetzt konkrete Solidarität zu zeigen, um die Wiederholung solcher Tragödien zu vermeiden”, sagte die Schwedin.

Malmström forderte, den von der EU nach dem Flüchtlingsunglück vor Lampedusa Anfang Oktober aufgestellten Aktionsplan umzusetzen. Sie kündigte zudem an, das Thema auf die Tagesordnung des nächsten EU-Innenministertreffens im Juni zu setzen.

http://www.zeit.de/gesellschaft/2014-05/Bootsunglueck-Fluechtlinge-Lampedusa

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