Ukraine: Ohne russische Intervention und deutsche Unterstützung stockt die Kampagne der USA
Foto: Ausschreitungen auf dem Maidan / Mstyslav Chernov / CC BY-SA 3.0
Foto: Ausschreitungen auf dem Maidan / Mstyslav Chernov / CC BY-SA 3.0
Foto: Ausschreitungen auf dem Maidan / Mstyslav Chernov / CC BY-SA 3.0

Moon of Alabama – Vor drei Tagen tötete ein vom faschistischen Rechten Sektor unterstützter Mob über 30 föderalistische Ukrainer in Odessa, indem sie sie aus ihrem Lager in ein Gebäude trieben und dieses dann anzündeten. Diejenigen, die dem Massaker entkamen, und nicht die Täter, wurden von der Polizei verhaftet. Heute belagerten pro-Föderalismus-Leute die Polizeizentrale in Odessa, bis die Polizei die Menschen frei ließ, die sie zuvor verhaftet hatte.

Im Osten lieferten sich einige Militär- und Nationalgardeeinheiten Kämpfe mit Föderalisten, aber jetzt scheinen sich die Regierungskräfte wieder zurückzuziehen. Es gab Angriffe auf im Osten gelegene Filialen einer Privatbank, deren Eigentümer, ein bekannter Oligarch, im Verdacht steht, paramilitärische Truppen des faschistischen Rechten Sektors zu finanzieren.

Der Plan der Vereinigten Staaten von Amerika scheint darauf abzuzielen, Russland in eine Okkupation zu locken. Das würde die Beziehungen zwischen der EU und Russland zerstören, die NATO ermutigen und den Vereinigten Staaten von Amerika helfen, die Europäische Union als Juniorpartner unter ihrer Kontrolle zu halten. Es gäbe in dieser Situation eine Reihe von positiven wirtschaftlichen Auswirkungen für die Vereinigten Staaten von Amerika. Der Verkauf von mehr Waffen und zusätzliche Anteile am Energiemarkt sind nur der Beginn.

Aus zwei Gründen ist anzunehmen, dass dieser Plan scheitern wird:

Erstens: Russland wird den Köder nicht schlucken. Die Menschen, die mehr lokale Autonomie in der Ukraine verlangen, sind ganz und gar in der Lage, ihre Sache eigenständig zu vertreten. Sollten einige getötet werden wie in Odessa, werden noch mehr aufstehen. Außer den Leuten vom Rechten Sektor, die jetzt in die Nationalgarde integriert sind, gibt es keine loyalen Soldaten, die die Putschistenregierung in Kiew gegen die Menschen einsetzen könnte. Der große Fehler, den die Putschistenregierung machte, und damit einen Fehler wiederholte, den die Vereinigten Staaten von Amerika im Irak gemacht hatten, war die Auflösung der staatlichen Bereitschaftspolizei Berkut. Diese jetzt arbeitslosen geschulten Kämpfer bilden mit ehemaligen sowjetischen Soldaten das militärische Rückgrat der Föderalisten. Es besteht daher keine Notwendigkeit für Russland, offen zu intervenieren. Die Putschistenregierung in Kiew ist bereits ein sterbendes Gebilde.

Zweitens: Viele Menschen in Europa haben das schändliche Vorhaben der Vereinigten Staaten von Amerika durchschaut und protestieren gegen das sklavische Verhalten ihrer Politiker bei der Befolgung der Vorgaben der Vereinigten Staaten von Amerika. Der politische Druck gegen das Schlechtmachen Russlands baut sich auf. Über jeden pro-NATO/anti-Russland-Bericht in den Medien, und davon gibt es viele, wird in den Leserkommentaren hergezogen. Einige Mitglieder der europäischen Elite wenden sich offen gegen die von den Vereinigten Staaten von Amerika herbeigeführte antirussische Propaganda. Sogar die zuverlässigste transatlantische Boulevardzeitung in Deutschland, Bild berichtet, dass die CIA und das FBI mit Dutzenden von Agenten den Laden in Kiew schmeißen. Der Bericht beruht auf „deutschen Sicherheitsquellen,“ was mich annehmen lässt, dass die deutsche Regierung nach Möglichkeiten sucht, Washingtons Zügen etwas entgegenzusetzen. Der deutsche Außenminister Steinmeier forderte gerade eine zweite Genfer Konferenz, um eine Lösung für die Situation zu finden.

Ohne russische Intervention und ohne deutsche Unterstützung wird die Kampagne der Vereinigten Staaten von Amerika gegen Russland kaum ihr zweites Ziel, nämlich die Isolierung Russlands, erreichen. Das erste Ziel, der Hafen Sevastopol auf der Krim, war schon verloren, als Russland sich wieder mit der Halbinsel vereinigte.

Washington bleibt da nur, in der Ukraine noch mehr Chaos anzurichten und zu hoffen, dass irgendwie aus einem totalen Chaos eine neue Chance erwächst, es Russland zu zeigen. Da sie keine wirkliche Richtung verfolgt, wird auch diese Strategie wahrscheinlich keinen Erfolg haben.

Erschienen bei http://www.moonofalabama.org – Übersetzung antikrieg.com

http://www.neopresse.com/politik/ukraine-ohne-russische-intervention-und-deutsche-unterstuetzung-stockt-die-kampagne-der-usa/

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