Gewalttätige Auseinandersetzungen greifen auch auf Odessa über

2. Mai 2014, 19:27

Drei Tote gemeldet – Obama und Merkel drohen Russland mit neuerlicher Ausweitung der Sanktionen

Bei den Zusammenstößen zwischen Anhängern Moskaus und Kiews in der südukrainischen Stadt Odessa sind am Freitag drei Menschen getötet worden. Ein Mann sei von einer Kugel in der Lunge getroffen worden und noch vor Eintreffen der Rettungskräfte gestorben, teilte die örtliche Vertretung des Innenministeriums mit. Es seien auch Steine, Molotow-Cocktails und Sprengsätze geworfen worden.

Hunderte mit Schlagstöcken bewaffnete und mit Helmen geschützte prorussische Aktivisten solleneine Demonstration von 1.500 Unterstützern der ukrainischen Regierung angegriffen haben, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Dutzende Menschen auf beiden Seiten wurden verletzt. Die Polizei versuchte, die verfeindeten Gruppen zu trennen. Die Schwarzmeerstadt mit rund eine Million Einwohnern war bisher von den Unruhen im Osten des Landes weitgehend verschont geblieben.

USA zu weiteren Sanktionen bereit

US-Präsident Barack Obama erwartet keinen völligen Stopp russischer Erdgaslieferungen in der Ukrainekrise. Selbst in der schlimmsten Zeit des Kalten Krieges seien russische Energielieferungen an Europa weiter geflossen, sagte Obama nach einem Gespräch mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel am Freitag in Washington. Ein Stopp russischer Gas- und Öllieferungen sei “unrealistisch”.

Obama bekräftigte, er strebe weiter eine diplomatische Lösung in der Ukraine-Krise an, man sei aber auch zu weiteren Sanktionen bereit. Zugleich forderte er Moskau auf, seinen Einfluss auf die pro-russischen Milizen in der Ukrainezu nützen, um sie zur Aufgabe zu bewegen. Russland müsse mit raschen weiteren Sanktionen rechnen, sollte sich die Lage in der Ukraine nicht stabilisieren. Der US-Präsident unterstrich weiter, dass das Nachbarland kein Recht habe, die territoriale Integrität der Ukraine zu verletzen. Russland dürfe auch nicht die Außen- und Innenpolitik seines Nachbarlandes diktieren.

25. Mai entscheidend

Die deutsche Kanzlerin forderte Russland auf, die Präsidentenwahl in der Ukraine am 25. Mai zu unterstützen. “Wir werden alles daransetzen, dass diese Wahlen stattfinden können”, sagte sie in Washington. Sollte dies nicht möglich sein, seien weitere Strafmaßnahmen gegen Russland unvermeidbar, betonte sie.

Merkel warf Russland vor, sich nicht an die Genfer Vereinbarung zu halten. Dagegen habe die Regierung in Kiew erste Schritte zur Umsetzung des Abkommens eingeleitet. In Genf hatten sich die Ukraine, Russland, die USA und die EU darauf verständigt, den Konflikt friedlich zu lösen, und schriftlich festgehalten: “Alle Seiten müssen jede Form der Gewalt, Einschüchterung und provozierende Handlungen unterlassen. (APA, 2.5.2014)

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