Lieber Herr Bundespräsident,


das war in der Tat eine harte Rede in der Türkei. Richtig glaubwürdig werden Sie, wenn Sie eine solche Rede auch in den USA halten:

– Über die Ausspähung engster Freunde – einschließlich Angela Merkel – durch die NSA.

– Über hundertausende getöteter Zivilisten im rechtswidrigen Irakkrieg und im sinnlosen Afghanistankrieg.

– Über Folter in Guantanamo, Abu Ghraib und Bagram sowie über geheime US-Foltergefängnisse auf der ganzen Welt.

-Über willkürliche Verhaftungen ohne richterliche Genehmigung und andere drastische Einschränkungen der Bürgerrechte.

– Über illegale Tötungen durch Terrordrohnen – wie zuletzt im Jemen.

Gegenüber Freunden muss man, wie Sie sagten, fähig zur Kritik sein. Und offen reden. Tun Sie das dann bitte auch gegenüber den USA, unserem wichtigsten Freund und Verbündeten.

Menschenrechte sind unteilbar. Mut auch. Ich bin gespannt auf Ihre Rede.

Ihr JT

PS: Wie wäre es zusätzlich mit einer mutigen Rede in Deutschland zur alltäglichen Diskriminierung von türkischstämmigen Deutschen bei der Arbeits-und Wohnungssuche, bei polizeilichen Kontrollen und Ähnlichem?