Polizei in Taiwan setzt Wasserwerfer bei Anti-Atom-Demo ein

28. April 2014, 09:21
  • Um die Demonstration aufzulösen, setzte die Polizei in Taiwan Wasserwerfer ein.

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    foto: reuters/minshen lin

    Um die Demonstration aufzulösen, setzte die Polizei in Taiwan Wasserwerfer ein.

Zehntausende demonstrierten gegen Ausbau eines neuen Atomkraftwerks

Taipeh – Mit Wasserwerfern und Schlagstöcken hat die Polizei in Taipeh am Montag eine Demonstration gegen ein neues Atomkraftwerk aufgelöst. Obwohl die Regierung einen Baustopp für ein geplantes viertes Atomkraftwerk im Land verhängt hatte, nachdem am Sonntag zehntausende gegen den Ausbau demonstriert hatten, harrten hunderte Demonstranten die ganze Nacht über dort aus.

Am Montagmorgen schritt die Polizei ein. Die Demonstranten wollten die Besetzungsaktion ursprünglich bis Dienstag fortsetzen. Dann sollte das taiwanesische Parlament über den Weiterbau des Atomkraftwerks beraten. Am Sonntag kündigte die Regierung an, dass das Volk künftig in einem Referendum über den Bau eines neuen Atomkraftwerks entscheiden solle.

In Taiwan gibt es bereits drei Atomkraftwerke, die etwa ein Fünftel der Stromversorgung des Landes decken. Vom vierten Atomkraftwerk ist ein Reaktor bereits fast fertiggestellt. Doch der Widerstand gegen das Projekt war insbesondere nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima im Jahr 2011 gewachsen. Das Land wird wie Japan regelmäßig von Erdbeben heimgesucht. Bei einem Erdbeben der Stärke 7,6 starben in Taiwan 1999 etwa 2.400 Menschen. (APA, 28.4.2014)

http://derstandard.at/1397521806413/Polizei-in-Taiwan-setzt-Wasserwerfer-bei-Anti-Atom-Demo-ein

Taiwans Abgeordnete prügeln sich wegen Atomanlage

ANSICHTSSACHE
2. August 2013, 15:02

Taipeh – Eine hitzige Parlamentsdebatte um ein neues Atomkraftwerk hat in Taiwan mit einer Schlägerei geendet. Dutzende Parlamentarier aus rivalisierenden Lagern gingen am Freitag aufeinander los und versuchten, das Rednerpult zu erklimmen. Das Fernsehen übertrug Livebilder, auf denen sich zwei männliche Abgeordnete auf dem Boden prügelten und von Kollegen auseinander gezogen werden mussten, während andere sich gegenseitig mit Wasser aus mitgebrachten Flaschen bespritzten.

Auslöser der Tumulte war eine geplante Abstimmung über die Frage, ob das Volk in einem Referendum über einen Baustopp für Taiwans vierten Atommeiler nahe der Hauptstadt Taipeh entscheiden soll. Die Opposition stemmt sich gegen das Projekt und begründet dies mit Sicherheitsbedenken, die regierende Kuomintang-Partei warnt hingegen vor Problemen bei der Energieversorgung und wirtschaftlichen Einbußen, falls das Mammutprojekt eingestellt werden sollte.

Der Streit über die taiwanischen Atomanlagen hatte nach der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima zusätzlich an Intensität gewonnen. Taiwan war früher für regelmäßige Massenschlägereien im Parlament berüchtigt. In den vergangenen Jahren verliefen die Debatten in der Regel aber ruhiger. (APA, 2.8.2013)

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foto: ap/wally santana

Abgeordnete der oppositionellen Demokratischen Progressiven Partei (DPP) kämpfen in grünen Westen gegen Parlamentarier der regierenden Nationalistischen Partei (KMT) in schwarzen Westen.