Auszüge aus dem Bericht von Seymon Hersh, den die großen Medien  nicht drucken wollten, obwohl der wiederholt am Ende bewiesene Skandale aufgedeckt hatte: Machen wir seine Recherchen bekannt, wenn es die Medien, die so leichtfertig Anschuldigungen weitergeben, die die Gegner der im Westen dominierenden Kräfte betreffen, veröffentlichen und so deren Interessen unterstützen:

The Red Line and the Rat Line

Seymour M. Hersh on Obama, Erdoğan and the Syrian rebels:

»Seit Frühjahr 2013 wussten die Geheimdienste der Amerikaner und Briten, dass einige Rebelleneinheiten in Syrien an Chemiewaffen arbeiten. Am 20. Juni erstellten Analysten des Militärgeheimdienstes Defense Intelligence Agency (DIA) ein streng geheimes Papier für den stellvertretenden DIA-Leiter David Shedd. In dem fünfseitigen Briefing heißt es, dass die Al-Nusra-Front über Möglichkeiten der Sarinherstellung verfüge.«

»Unter dem Druck des Weißen Hauses entwickelte sich der Angriffsplan zu einem ›Monsterschlag‹: Zwei Geschwader B-52-Bomber wurden auf Flugplätze in der Nähe Syriens verlegt, außerdem wurden mit Tomahawk-Marschflugkörpern bewaffnete U-Boote und Kriegsschiffe entsandt. ›Jeden Tag wurde die Liste der Ziele länger‹, sagte mir der ehemalige Geheimdienstler. Die Liste wurde so lang, weil die Aufgabe lautete, ›Assad sämtlicher militärischer Fähigkeiten zu berauben‹, so der ehemalige Geheimdienstler. Zentrale Ziele waren Stromwerke, Öl- und Erdgaslager, alle bekannten Logistikzentren und Waffenlager, alle bekannten Kommando- und Kontrolleinrichtungen und alle bekannten Militär- und Geheimdiensteinrichtungen.«

»Die Rattenlinie wurde Anfang 2012 genehmigt und diente dazu, von Libyen aus über die südliche Türkei und die Grenze nach Syrien die Opposition mit Waffen und Munition zu versorgen. Viele der Kämpfer in Syrien, die letztlich die Waffen in die Hände bekamen, waren Dschihadisten, einige davon mit Verbindungen zu al-Qaida. […] Gemäß der Vereinbarung stellten die Türkei, Saudi-Arabien und Katar die finanziellen Mittel. Die CIA war, unterstützt vom MI6, dafür verantwortlich, die Waffen aus Gaddafis Arsenalen nach Syrien zu transportieren. […] Geleitet wurde die Operation von CIA-Direktor David Petraeus, der kurz darauf zurücktreten sollte, als bekannt wurde, dass er ein Verhältnis mit seiner Biografin hatte.«

»›Einziger Auftrag des Konsulats war es, für den Transport der Waffen Schutz zu liefern‹, sagte der ehemalige Geheimdienstler, der den Anhang gelesen hat. ›Politische Aufgaben hatte es keine.‹ […] Washington beendete die Beteiligung der CIA an dem Waffenschmuggel aus Libyen nach dem Angriff auf das Konsulat abrupt, aber die Rattenlinie blieb weiter aktiv. ›Die Vereinigten Staaten hatten nicht länger die Kontrolle darüber, was die Türken den Dschihadisten zukommen ließen‹, so der ehemalige Geheimdienstler. Innerhalb weniger Wochen gelangten bis zu 40 tragbare Abschussvorrichtungen für Boden-Luft-Raketen, so genannte Manpads, in die Hände syrischer Rebellen. Am 28. November 2012 meldete Joby Warrick von der Washington Post, dass die Rebellen am Vortag in der Nähe von Aleppo einen syrischen Transporthubschrauber abgeschossen hatten, und zwar aller Wahrscheinlichkeit nach mit einem Manpad. ›Die Regierung Obama hat sich standhaft dagegen gesperrt, syrische Oppositionskräfte mit derartigen Raketen auszurüsten, und davor gewarnt, dass derartige Waffen in die Hände von Terroristen fallen könnten, die sie dazu nutzen würden, Passagierflugzeuge abzuschießen‹, schrieb Warrick«

»Als Amerika beschloss, die CIA nicht länger die Waffenlieferungen nach Syrien unterstützen zu lassen, stand Erdoğan politisch und militärisch gefährdet da. ›Eines der Themen bei diesem Mai-Gipfel war, dass die Türkei den einzigen Weg darstellt, wie die Rebellen in Syrien versorgt werden können‹, sagte der ehemalige Geheimdienstler. […] Ohne militärische Unterstützung der Rebellen durch die USA, so der ehemalige Geheimdienstler, ›würde Erdoğans Traum, Syrien zum Satellitenstaat zu machen, verpuffen. Seiner Meinung nach lag das Scheitern an uns. Gewinnt Syrien den Krieg, werden sich die Rebellen möglicherweise an ihn wenden, das weiß er, denn wo sollen sie denn sonst hin? Damit hätte er schlagartig Tausende von Radikalen vor der Haustür.‹«

Alles wäre vorbei, wenn er die Dschihadisten nicht länger unterstützt, das wusste Erdoğan. Die Saudis könnten den Krieg nicht fördern, das scheiterte an den Entfernungen und den damit verbundenen logistischen Schwierigkeiten, Waffen und Vorräte zu bewegen. Erdoğan konnte nur hoffen, ein Ereignis herbeizuführen, das für die USA ein Überschreiten der roten Linie darstellte. Aber Obama hatte nicht reagiert auf die früheren Chemiewaffenangriffe vom März und April. […] ›Wir wissen inzwischen, dass es eine verdeckte Operation von Erdoğans Leuten war, die Obama über die rote Linie stoßen sollte‹, sagte der ehemalige Geheimdienstmitarbeiter. ›Sie mussten einen Gasangriff in Damaskus oder bei Damaskus eskalieren, wenn die UNO-Inspekteure dort waren.‹ Die Inspekteure waren am 18. August eingetroffen, um Meldungen über frühere Gasangriffe nachzugehen. ›Vereinbart war etwas Spektakuläres. […] Ändert sich Obamas Politik nicht radikal, wird sich die Türkei auch weiterhin in den syrischen Bürgerkrieg einmischen.‹«

englisches Original: http://www.lrb.co.uk/v36/n08/seymour-m-hersh/the-red-line-and-the-rat-line

Seymour Hersh zu Sarin-Einsatz in SyrienWas wusste Obama über das Giftgas?

Im Sommer stand Amerika kurz vor einem Angriff auf Syrien. Grund waren die Giftgas-Attacken auf Zivilisten. Der Enthüllungsjournalist Seymour Hersh wirft Obama nun vor, damals Fakten verschwiegen zu haben, um eine Attacke zu rechtfertigen. Doch andere Experten widersprechen dem Pulitzer-Preisträger.

Von Matthias Kolb

Seit er 1969 das Massaker von US-Soldaten im vietnamesischen My Lai aufgedeckt hat, gehört Seymour Hersh zu den bekanntesten Investigativjournalisten Amerikas. Der heute 76-Jährige schrieb 2004 im New Yorker als erster Reporter überFolter im irakischen Gefängnis Abu Ghraib und hat bis heute sehr gute Kontakte in die amerikanische Geheimdienst- und Militärszene. Zuletzt warf Hersh dem Weißen Haus vor, nach der Ermordung von Al-Qaida-Chef Osama bin Laden die Öffentlichkeit getäuscht zu haben: “Nicht ein einziges Wort” der offiziellen Statements sei wahr.

In den vergangenen Wochen und Monaten hat sich Hersh ausgiebig mit dem Einsatz von Giftgas in Syrien am 21. August 2013 beschäftigt und wirft nun in der London Review of Books US-Präsident Barack Obama vor, nur jene Informationen über die Giftgas-Attacken in Syrien mitgeteilt zu haben, die der eigenen Argumentation dienten. Obama habe die Welt überzeugen wollen, dass ein Militärangriff auf Syrien gerechtfertigt sei und deswegen stets betont, dass nur das Regime von Diktator Baschar al-Assad im Besitz des chemischen Kampfstoffs Sarin gewesen sein könnte.

Dabei hält nicht nur das Weiße Haus die syrische Regierung für schuldig: Ein ganzes Bündel von Indizien hat neben der Merkel-Regierung andere westliche Staaten, unabhängige Experten und europäische Geheimdiensten sowie die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch zu dem gleichen Schluss geführt. Der Brite Eliot Higgins, der sich intensivst mit dem Bürgerkrieg inSyrien und den dort verwendeten Waffen beschäftigt, hält Hersh in einem Gastbeitrag für Foreign Policy vor, die aktuellsten Erkenntnisse zum Thema zu ignorieren.

Doch auch wenn es zu dem US-Angriff auf Syrien nicht gekommen ist und die syrischen Chemiewaffen nach russischer Vermittlung mittlerweile unter Verschluss der UN-Chemiewaffenkontrolleure stehen und bis Mai 2014 zerstört werden sollen, sind die Recherchen von Seymour Hersh weiterhin interessant. Dies sind die Kernaussagen des ausführlichen Texts, der jedoch keine eindeutigen Belege liefert:

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  • Das Weiße Haus ignorierte die Möglichkeit, dass Dschihadisten Sarin herstellen können. Der schwerwiegendste Vorwurf steckt bereits im ersten Absatz: In den Wochen vor dem Giftgas-Einsatz am 21. August 2013 hätten die US-Geheimdienste in mehreren streng geheimen Berichten festgehalten, dass auch die islamistische Al-Nusra-Front in der Lage sei, größere Mengen Sarin zu produzieren. Al-Nusra steht dem Terrornetzwerk al-Qaida naheIn seiner TV-Ansprache am 10. September habe Obama jedoch so argumentiert, dass der Nachweis von Sarin durch Geheimdienstagenten und UN-Inspekteure das Assad-Regime als Täter identifiziere – laut Hersh wurden also nur jene Argumente ausgewählt, die einen Militärschlag gerechtfertigt hätten. Als Quellen nennt der Pulitzerpreisträger ehemalige und aktive Geheimdienstler, die “sehr besorgt und mitunter verärgert” seien und der Regierung die Manipulation von Informationen vorwerfen: “When the attack occurred al-Nusra should have been a suspect, but the administration cherry-picked intelligence to justify a strike against Assad.”
  • Die NSA konnte Assads Kommunikation nicht überwachen. DieDatensammelwut der National Security Agency bestürzt viele Menschen in aller Welt, doch laut Hersh zeigt der Bürgerkrieg in Syrien die Grenzen der NSA auf. Zwischen dem 20. und 22. August habe es in den täglichen Briefings der Dienste für Obama keine einzige Info über Syrien gegeben: Deswegen erfuhr das Weiße Haus genauso schnell wie Otto Normalbürger, was sich in den Randbezirken der Hauptstadt Damaskus abspielte. Aus einigen Dokumenten, die der Whistleblower Edward Snowden publik gemacht hat, gehe hervor, dass die NSA nicht mehr die Kommunikation im Büro von Syriens Präsident Baschar al-Assad überwachen könne. Zwar gebe es ein geheimes System, das die USA und Israel informiere, wenn Sprengköpfe mit Sarin bestückt würden – doch dieses habe Ende August nicht mehr funktioniert. Die NSA zeichne zwar den Funkverkehr zwischen syrischen Militäreinheiten auf, doch dieser würde nur nach Bedarf analysiert. Nach dem Sarin-Einsatz seien diese Funksprüche rückwirkend durchsucht worden – jedoch nur nach Indizien, die für die Täterschaft des Assad-Regimes sprechen. Hershs radikales Urteil: Diese Methode ähnele “dem Prozess, mit dem der Irakkrieg gerechtfertigt werden sollte”.
  • Die Mainstream-Medien versagen. Bereits in den vergangenen Wochen und Monaten hatte Hersh die US-amerikanischen TV-Sender sowie seinen früheren Arbeitgeber, die New York Times, für ihre unkritische Arbeit kritisiert (mehr in diesem Guardian-Text). In seinem aktuellen Text beklagt er, dass die Medien die Angaben des Weißen Hauses ziemlich fraglos übernommen und kritische Wissenschaftler ignoriert hätten. Hersh verweist auf zwei renommierte Experten namens Richard Lloyd und Theodore Postol: Als sie Anfang September eine Studie veröffentlichten, wonach am 21. August eine unerwartet hohe Menge an Sarin eingesetzt wurde, berichtete die NYT ausführlich. Jüngst legte Postol, der am renommierten Massachusetts Institute of Technology lehrt, eine weitere Studie vor, wonach die bei dem Einsatz verwendeten Raketen “sehr wahrscheinlich” vor Ort hergestellt worden seien. Da dies der offiziellen Darstellung widerspreche, habe die NYT nicht eine Zeile über diese Studie gedruckt, so Hershs Vorwurf.
  • Bürger wissen nicht, wieso Obama seine Position änderte. Für Hersh drängt sich noch eine weitere Frage auf: Warum war der US-Präsident trotz der von ihm voller Überzeugung vorgetragenen Schuld Assads dann doch bereit, keinen Militärschlag anzuordnen und der Diplomatie eine Chance zu geben? Er hält es für möglich, dass Obama irgendwann mit widersprüchlichen Informationen konfrontiert wurde – und deshalb den Angriffsplan trotz der zu erwartenden Kritik der Republikaner abgeblasen habe:

Und was sagt die Obama-Regierung zu den Vorwürfen? Nachrichtendienstliche Erkenntnisse über den Giftgas-Einsatz hätten klar ergeben, “dass nur das Assad-Regime dafür verantwortlich sein konnte”, erklärte Shawn Turner vom Büro des nachrichtendienstlichen Direktors James Clapper. Er wies auch Hershs These zurück, das Weiße Haus habe Informationen hinsichtlich der islamistischen Al-Nusra-Front unterdrückt.

(::) die Süddeutsche weiter bringt einige Argumente, die Hers Glaubwürdigkeit einschränken sollen: http://www.sueddeutsche.de/politik/sarin-einsatz-in-syrien-was-obama-ueber-giftgas-wusste-und-was-er-der-welt-sagte-1.1839310

Giftgas in SyrienUS-Top-Journalist erhebt schwerste Vorwürfe gegen Ankara

08.04.2014 16:08 Uhrvon Thomas Seibert

Bild vergrößernUN-Mitarbeiter suchen nach Giftgas-Spuren nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus. – FOTO: DPA

Organisierte die Türkei den Giftgasangriff mit mehr als tausend Toten in Syrien, um ein Eingreifen der USA zu provozieren? Das behauptet der renommierte US-Journalist Seymour Hersh. Aber es gibt zahlreiche Ungereimtheiten.

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Beim Dinner mit Barack Obama vergaß Recep Tayyip Erdogan vor Verärgerung über das Ausbleiben einer US-Intervention in Syrien die Etikette des Weißen Hauses von Washington. Während eines Gesprächs im Mai vergangenen Jahres habe der türkische Ministerpräsident zum Entsetzen der Gastgeber mit dem Finger auf Obama gezeigt, berichtete der renommierte US-Journalist Seymour Hersh jetzt. Laut Hersh war der Fauxpas aber nur das kleinste Problem zwischen den Verbündeten.

Die „rote Linie“ für einen US-Angriff in Syrien sei überschritten, rief Erdogan bei dem Abendessen demnach entrüstet aus.

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Obama blieb cool und zeigte seinerseits auf den ebenfalls am Tisch sitzenden türkischen Geheimdienstchef und Erdogan-Vertrauten Hakan Fidan: „Wir wissen, was Sie mit den Radikalen in Syrien treiben.“ Damit spielte er auf die türkische Unterstützung für sunnitische Milizen an, die in Syrien gegen Präsident Bashar al-Assad kämpfen.

In den Monaten nach dem Dinner gingen die Türken laut Hersh bei ihrem Wunsch nach einem US-Militärschlag in Syrien zur Entmachtung Assads noch viel weiter: Hersh, der Enthüller des Abu-Ghraib-Skandals im Irak, erhebt den Vorwurf, die Türkei habe im August den tödlichen Giftgasangriff bei Damaskus organisiert, um ein Eingreifen der USA zu provozieren.

Warum sagte Obama die Syrien-Intervention plötzlich ab?

Hersh berichtete in der „London Review of Books“ unter Berufung auf Geheimdienstquellen, die türkischen Behörden hätten mit Wissen Erdogans islamistischen Extremisten in Syrien bei der Herstellung von Giftgas geholfen. Nach dem Giftgasangriff nahe Damaskus vom 21. August mit mehr als tausend Toten hörten US-Geheimdienste demnach Telefonate türkischer Regierungsmitglieder ab, die sich gegenseitig „auf die Schulter klopften“.

Der Westen lastete den Angriff vom August der syrischen Regierung an. Obama, der einen Giftgaseinsatz als „rote Linie“ für ein Eingreifen bezeichnet hatte, ließ damals Angriffspläne ausarbeiten. Doch dann sagte er den Angriff plötzlich ab – um den US-Kongress einzubinden, wie es offiziell hieß.

MEHR ZUM THEMA

In Wirklichkeit wurde die Attacke laut Hersh aus einem anderen Grund abgeblasen. „Wir wissen heute, dass es eine verdeckte Aktion war, geplant von Erdogans Leuten, um Obama über die rote Linie zu drücken“, wurde ein ehemaliger US-Geheimdienstmitarbeiter von Hersh zitiert.

Die Regierungen der Türkei und der USA dementierten dem Bericht, und auch Beobachter reagierten skeptisch. „EA Worldview“, ein auf den Nahen Osten spezialisiertes Internetportal, betonte, der Bericht lasse wichtige Faktoren außer Acht. So seien bei dem Angriff vom August mehr als zehn Ziele mit Giftgasraketen angegriffen worden; unmittelbar nach dem Giftgaseinsatz seien Regierungstruppen gegen Rebellen in dem Gebiet vorgegangen, was auf eine Planung durch das Assad-Regime hindeute. Hershs Informanten wollten möglicherweise die syrische Opposition in Misskredit bringen.

Brisante Gesprächsmitschnitte auf Youtube

Auch Semih Idiz, außenpolitischer Kolumnist der türkischen Zeitung „Taraf“, sagte dem Tagesspiegel, bei Hershs Vorwürfen sei Vorsicht angebracht. Dennoch gebe es ohne Zweifel ein Zerwürfnis zwischen der Türkei und ihren westlichen Partnern: „Da ist der Ruf der Türkei nach einem militärischen Eingreifen in Syrien und die Weigerung des Westens, dem nachzukommen“, sagte Idiz. „Und da ist der Streit darüber, wen die Türkei in Syrien unterstützt, nämlich die Dschihadisten.“

AKTUELLE BEITRÄGE AUS DEM POLITIK-RESSORT

Offiziell steht die Türkei den Assad-Gegnern mit rein politischen Mitteln bei. Wie von Obama in dem Dinner mit Erdogan angedeutet, gibt es aber starke Hinweise darauf, dass Ankara radikal-sunnitischen Rebellenmilizen in Syrien hilft.

Fest steht, dass in den vergangenen Monaten mehrere Waffenladungen auf dem Weg nach Syrien in der Türkei abgefangen wurden; auch Grundstoffe zur Herstellung des im August eingesetzten Giftgases Sarin sollen dabei gefunden worden sein. Zwischen der türkischen Staatsanwaltschaft und Fidans Geheimdienst MIT gab es wegen der versuchten Beschlagnahmung von mutmaßlichen Waffenlieferungen für Syrien einen öffentlichen Streit.

Erst vor zwei Wochen hatten Unbekannte auf YouTube den Mitschnitt einer Unterredung hoher türkischer Regierungsbeamter veröffentlicht, in der über die Möglichkeit gesprochen wurde, durch fingierte Gewaltaktionen eine Intervention in Syrien auszulösen. Ankara sperrte daraufhin den Zugang zu YouTube, dementierte den Inhalt des Gespräches aber nicht.

Bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen Türkei und Syrien könnten jeden Augenblick beginnen, warnt der Abgeordnete Mehmet Ali Ediboglu, der die Grenzprovinz Hatay im türkischen Parlament vertritt. Schon jetzt erhielten die syrischen Rebellen ganz offen Unterstützung von der türkischen Artillerie an der Grenze, sagte Ediboglu am Wochenende: „Wundert euch nicht, wenn der Krieg ausbricht.“

http://www.tagesspiegel.de/politik/giftgas-in-syrien-us-top-journalist-erhebt-schwerste-vorwuerfe-gegen-ankara/9734842.html

http://www.tagesspiegel.de/politik/giftgas-in-syrien-us-top-journalist-erhebt-schwerste-vorwuerfe-gegen-ankara/9734842.html

Bild:

US-REGIERUNG SICHER: Assads Giftgasangriff tötete mehr als 1400 Menschen

Die Syrien-Lage live bei BILD.de ++ Kerry bezeichnet Assad als „Verbrecher und Mörder“ +++ Ban Ki Moon spricht mit Veto-Mächten +++ UN-Inspekteure verlassen Syrien am Samstag +++ Merkel schließt deutsche Beteiligung kategorisch aus

VergrößernUS-Außenminister John Kerry im State Department in Washington: Assad sei ein „Verbrecher und Mörder“ sagte er

US-Außenminister John Kerry im State Department in Washington: Assad sei ein „Verbrecher und Mörder“ sagte er

Foto: AFP
31.08.2013 – 04:46 Uhr

Die USA haben laut US-Außenminister John Kerry „klare und schlüssige“ Beweise, dass das syrische Regime von Präsident Baschar al-Assad am 21. August chemische Waffen gegen die eigene Bevölkerung eingesetzt hat. Dabei seien mindestens 1429 Menschen getötet worden, darunter 426 Kinder, sagte Kerry im State Department in Washington. 3600 Menschen seien mit Vergiftungen ins Krankenhaus eingeliefert worden.

Eine Entscheidung über einen Militärschlag steht nach Angaben von US-Präsident Barack Obama jedoch weiterhin aus. Er erwäge aber einen „begrenzten” und „eingeschränkten” Einsatz, sagte er im Weißen Haus. Bodentruppen schloss er erneut kategorisch aus.

„Diese Art von Angriff ist eine Herausforderung für die ganze Welt“, sagte Obama. „Viele Leute denken, etwas sollte getan werden, aber niemand will es tun“, ergänzte der US-Präsident – und betonte, dass ihm eine gemeinsame Aktion der Weltgemeinschaft lieber sein als ein Alleingang.

Obama weiter: „Diese Art von Attacke betrifft unsere Nationalen Sicherheitsinteressen und die unserer Verbündeten in der Region wie Israel und Jordanien.“

KERRYS REDE AUF ENGLISCH

US-Außenminister John Kerry am Freitag im State Department - Er präsentiert die Anklageschrift der USA gegen das Assad-Regime

STATEMENT AUF ENGLISCHKerry: Assad ist ein Verbrecher und Mörder

Die USA geben dem Assad-Regime die Schuld an dem Giftgasangriff. Das Statement von US-Außenminister Kerry (englisch):

Man sei noch in der Planungsphase der Reaktion auf den Giftgas-Einsatz.

Zuvor hatte Verteidigungsminister Kerry von einem Verbrechen in Syrien gegen die Menschlichkeit gesprochen. Syriens Präsident Baschar al-Assad sei ein „Verbrecher und Mörder“.

Kerry berief sich auf Erkenntnisse der US-Geheimdienste. Das Weiße Haus veröffentlichte einige dieser Recherchen. Ein Geheimbericht mit weiteren Details ging an den Kongress.

Der sonst als ruhig geltende Top-Diplomat Kerry wirkte wütend, als er die US-Hinweise vortrug.

So hätten Regime-Kräfte schon drei Tage vor dem Angriff am 21. August Vorbereitungen getroffen und dabei Gasmasken getragen. Man wisse, dass die Raketen aus einem vom Regime-kontrollierten Gebiet abgeschossen worden seien – in Richtung der von Rebellen besetzten Vororte von Damaskus.

Kerry machte klar, die USA würden es nicht erlauben, dass ein Regime noch einmal die tödlichsten Waffen der Welt gegen wehrlose Menschen einsetze.

Amerika sei kriegsmüde. „Glauben Sie mir, ich bin es auch“, so der Vietnam-Veteran. Aber man könne nicht wegsehen, wenn so ein Verbrechen geschehe.

US-Medien kommentieren die Frage, OB die USA einen Militärschlag starten, scheint vom Tisch zu sein. Es geht wohl um das WANN. Das Zeitfenster ist nicht groß: Samstag morgen verlassen die UN-Chemiewaffenexperten das Land. Am Dienstag fliegt Obama nach Schweden, anschließend nach St. Petersburg zum G20-Gipfel. Als Oberbefehlshaber muss er in den USA sein, wenn es losgeht.

Kommt der Militärschlag also schon am Samstag? Die Rede ist von zweitägigen Luftschlägen. Ein Denkzettel für Assad, sein Sturz ist nicht vorgesehen.

Nach Kerry äußerte sich US-Präsident Barack Obama, allerdings wurden die Statements nicht live übertragen. Vor Veröffentlichung des Videos berichtete CNN unter Berufung auf die Presserunde, Obama habe noch keine Entscheidung über einen Militärschlag getroffen.

DIE LAGE IN SYRIEN

Syrien-Kriese: USA legen neue Beweise für Giftgas-Angriff vor

SYRIEN-KRISEUSA legen neue Beweise für Giftgas-Angriff vor

US-Außenminister Kerry bezeichnet Assad als „Verbrecher“ und „Mörder“. Es gebe „klare Beweise“ für den Giftgas-Anschlag.

Sollte Obama Luftangriffe befehlen, fehlt der wichtigste Partner. Die Briten machen nicht mit. Das Parlament verweigerte am späten Donnerstagabend seine Zustimmung zu einer Intervention in Syrien.

Doch das hindert die Franzosen nicht, an ihrem Plan festzuhalten. Frankreichs Präsident François Hollande schließt einen Militärschlag gegen Syrien vor Mittwoch nicht aus: „Das Massaker mit Chemiewaffen in Damaskus kann und darf nicht ungestraft bleiben”, sagte Hollande in der Tageszeitung „Le Monde“. Angezeigt sei eine „angemessene und entschlossene Reaktion”.

DIE AKTUELLE LAGE IN SYRIEN

Syriens Rebellenchef Haji Marea: Der mächtigste Rebellen-Kommandant von Syrien

REBELLENCHEF HAJI MAREAWer ist der Mann, der Assad stürzen will?

Syrien steht kurz vor einem Angriff durch die USA. Doch was passiert, wenn das Assad-Regime zusammenbricht?

  • PREMIUM BILDPLUS INHALT

BASCHAR AL-ASSAD (47) Das Doppel-Leben des Diktators

SYRIEN-KRISE Luftschlag gegen Assad schon am Donnerstag?

USA SICHER! In Syrien wurde Giftgas eingesetzt

ÄRZTE OHNE GRENZEN „Uns fehlen die Beweise für den Giftgas-Anschlag“

SYRIEN-KRIEG Interviews aus der Giftgas-Hölle

Die Ablehnung des britischen Parlaments ändere nichts an der Position Frankreichs, fügte der Staatschef in dem Interview hinzu. Er sei für ein harte Strafmaßnahme. Dazu werde sein Land eng mit den Verbündeten zusammenarbeiten. Am Mittwoch berät das französische Parlament über Syrien, über einen Militäreinsatz entscheidet in Frankreich allerdings allein der Präsident.

Auch die Türkei sowie die Staaten der Arabischen Liga unterstützen laut Kerry eine mögliche US-Aktion.

http://www.bild.de/politik/ausland/syrien-krise/ticker-die-syrien-lage-bei-bild-de-32040464.bild.html

SYRIEN
Merkel fordert Konsequenzen aus Giftgas-Angriff

Die Bundesregierung geht davon aus, dass das syrische Regime “mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit” Chemiewaffen eingesetzt hat. Kanzlerin Merkel verlangt eine Reaktion.

26. August 2013  12:41 Uhr 125 Kommentare

Der vermutete Giftgas-Angriff des syrischen Regimes auf Vororte der HauptstadtDamaskus muss Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zufolge Konsequenzen haben. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte: “Es handelt sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit um einen Giftgas-Angriff. Er darf nicht folgenlos bleiben.” Der Vorfall müsse geahndet werden. Die Bundesregierung erwarte eine entschlossene und deutliche Reaktion der internationalen Gemeinschaft.

http://www.zeit.de/politik/ausland/2013-08/syrien-gitgas-bundesregierung-merkel

Nach dem mutmaßlichen Giftgaseinsatz erwägen die USA einen Militärschlag gegen das Assad-Regime. Wird der Westen eingreifen? Die Ereignisse im Nahen Osten lesen Sie hier im N24-Liveticker.

Zum Aktualisieren bitte hier klicken  

 

++ 22:45 ++ Merkel und Cameron fordern Reaktion auf Giftgasattacke

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der britische Premierminister David Cameron halten eine internationale Reaktion auf den Giftgaseinsatz in Syrien für “unabdingbar”. Merkel sprach am Abend in einem Telefonat mit Cameron über die Situation in Syrien, wie Regierungssprecher Steffen Seibert berichtete. Dabei seien sich beide einig gewesen: “Dieser Giftgasangriff ist eine Zäsur in dem schon lange andauernden internen Konflikt. Das syrische Regime darf nicht hoffen, diese Art der völkerrechtswidrigen Kriegführung ungestraft fortsetzen zu können.”

Aus Sicht von Merkel und Cameron ist der “flächendeckende Einsatz von Giftgas gegen die syrische Zivilbevölkerung” inzwischen hinreichend belegt. “Und: Das syrische Regime verfügt über die entsprechenden Kampfstoffe, das Know-how zu deren Einsatz und die Träger für dessen Ausbringung.”

http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Politik/d/3422164/liveticker-zum-buergerkrieg-in-syrien-obama-vor-militaereingriff.html

 

 

 

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