Russischer Aussenminister droht Kiew und dem Westen

Harte Beschuldigungen Lawrows

Heute, 25. April 2014, 10:30
Russlands Aussenminister Lawrow zeigt sich rhetorisch von seiner härtesten Seite.
Russlands Aussenminister Lawrow zeigt sich rhetorisch von seiner härtesten Seite. (Bild: Sergei Karpukhin /Reuters)

(Reuters/dpa) Der russische Aussenminister Sergei Lawrow kritisiert den Einsatz ukrainischer Sicherheitskräfte gegen pro-russische Separatisten im Osten des Landes als «blutiges Verbrechen». Die Übergangsregierung in Kiew führe «Krieg gegen ihr eigenes Volk» und werde sich dafür verantworten müssen, sagt Lawrow in Moskau.

Moskau sieht «Revolutionsprojekt»

Lawrow warf dem Westen geopolitische Machtspiele um die Ukraine vorgeworfen. Es gehe der EU und den USA nur darum, die Ukraine in ihren Einflussbereich zu ziehen, aber nicht um die Interessen der Menschen in dem Land, sagte Lawrow am Freitag laut der Agentur Interfax. Europäer und Amerikaner seien entschlossen, ihr «Revolutionsprojekt» in der früheren Sowjetrepublik um jeden Preis zu Ende zu führen.

Russland sei weiterhin bereit, zur Deeskalation der Lage beizutragen, betonte Lawrow an einer Diplomatentagung. Er sagte, dass bei den vor einer Woche in Genf getroffenen Vereinbarung sich alle Seiten zu Schritten der Entspannung verpflichtet hätten. Das bedeute auch die Entwaffnung des ultranationalistischen Rechten Sektors in der Ukraine, der die neue Machtführung in Kiew unterstützt.

Einschaltung des Sicherheitsrates

Russland will im Falle weiterer Gewalt in der Ukraine den Weltsicherheitsrat einschalten. Das sagte der russische Uno-Botschafter Witali Tschurkin dem Moskauer Staatsfernsehen am Freitag. Falls wie am Vortag im Osten und im Südosten der Ukraine gewaltsam gegen die «Protestbewegung» vorgegangen werde, dann werde Russland eine Sondersitzung des Uno-Sicherheitsrates anstreben.

http://www.nzz.ch/aktuell/international/auslandnachrichten/russischer-aussenminister-attackiert-kiew-und-den-westen-1.18290345