Paul Craig Roberts (Institute for Political Economy/USA): Washington treibt die Welt in einen Krieg: Der CIA-Direktor wurde nach Kiew entsandt, um eine militärische Unterdrückung von russischen Separatisten in den östlichen und südöstlichen Landesteilen der Ukraine in Gang zu setzen. Bei diesen Regionen handelt es sich um ehemalige russische Territorien, die in den meisten Fällen in der frühen Phase des Sowjetreichs törichterweise der Ukraine zugeschlagen wurden. Der Plan Washingtons nach der Ukraine zu greifen, übersah, dass sich die russischen und russisch-sprachigen Gebiete der Ukraine wahrscheinlich weder für eine Eingliederung in EU und NATO aussprechen, noch einer Verfolgung der russisch-sprachigen Bevölkerung unterwerfen würden.

Der CIA-Direktor wurde nach Kiew entsandt, um eine militärische Unterdrückung von russischen Separatisten in den östlichen und südöstlichen Landesteilen der Ukraine in Gang zu setzen. Bei diesen Regionen handelt es sich um ehemalige russische Territorien, die in den meisten Fällen in der frühen Phase des Sowjetreichs törichterweise der Ukraine zugeschlagen wurden. Der Plan Washingtons nach der Ukraine zu greifen, übersah, dass sich die russischen und russisch-sprachigen Gebiete der Ukraine wahrscheinlich weder für eine Eingliederung in EU und NATO aussprechen, noch einer Verfolgung der russisch-sprachigen Bevölkerung unterwerfen würden.

Washington hat die Halbinsel Krim verloren, von der aus Washington beabsichtigte, Russland aus seiner Schwarzmeerflottenbasis hinauszuwerfen. Anstatt zuzugeben, dass der eigene Plan eines Griffs nach der Ukraine gescheitert ist, ist man in Washington nicht dazu in der Lage, einen Fehler einzugestehen. Und eben deshalb wird diese Krise in der Ukraine in immer gefährliche Dimensionen eskalieren.

Falls sich die Ukraine im Zuge einer Sezession auflösen und die ehemals russischen Regionen abermals Russland zufallen sollten, wird sich Washingtons Frust nur noch vergrößern, weil das Ergebnis des in Kiew angezettelten Coups eine Wiedereingliederung der russischen Regionen der Ukraine in die Russische Föderation gewesen wäre. Um der eigenen Schmach nicht ins Gesicht zu blicken, eskaliert Washington die Krise nun hin zum Ausbruch eines Krieges.

Der CIA-Direktor instruierte Washingtons sorgfältig auserlesene Marionettenregierung in Kiew, sich an die Vereinten Nationen mit der Bitte um Hilfe zu wenden, um „Terroristen“ zurückzuschlagen, die die Ukraine angeblich mit vermeintlicher Unterstützung Russlands attackierten. In Washingtons Vokabular entspricht Selbstbestimmung einem Anzeichen für russische Intervention. Da die Vereinten Nationen im Wesentlichen eine durch Washington finanzierte Organisation sind, wird Washington auch bekommen, wonach es ersucht.

Die russische Regierung hatte bereits vor einigen Wochen glasklar bekannt gemacht, dass eine Anwendung von Gewalt gegen Protestler im Osten und Süden der Ukraine den Kreml dazu nötigen werde, russische Streitkräfte zu entsenden, um russisch-stämmige Ukrainer zu verteidigen. Ebenso verhielt es sich im Fall Südossetiens, in dem Russland auf dieselbe Weise handeln musste, nachdem Washington seine georgische Marionettenregierung dazu instruierte, russische Friedenstruppen und russische Einwohner Südossetiens zu attackieren.

Washington ist sich darüber bewusst, dass Russlands Regierung nicht an der Seitenlinie verharren kann, um dabei zuzuschauen, wie Washingtons Marionettenregierungen Russen attackieren. Nichtsdestotrotz eskaliert Washington die Krise hin zum Ausbruch eines Krieges.

Russland sieht sich der Gefahr ausgesetzt, dass der Kreml auf Diplomatie, internationale Organisationen, internationale Kooperation sowie auf den gesunden Menschenverstand und die Selbstinteressen deutscher Politiker und Politikern in anderen europäischen Vasallenstaaten Washingtons setzen wird.

Russland könnte hier einen kardinalen Fehler begehen. Denn es gibt in Washington keinerlei Hang zum Zeigen guten Willens, sondern man trifft dort einzig und allein auf Verlogenheit. Russlands Zögern verschafft Washington Zeit, um Streitkräfte an Russlands Grenzen sowie in der Schwarzmeerregion aufzubauen und Russland mit allen Mitteln der Propaganda zu dämonisieren, während die eigene US-Bevölkerung in Kriegsekstase versetzt wird. Letzteres lässt sich bereits beobachten.

Kerry hat gegenüber Lawrow deutlich gemacht, dass Washington nicht bereit dazu ist, Russland zuzuhören. Da Washington gut schmiert, sind auch Washingtons europäische Vasallenstaaten nicht dazu bereit, Russland zuzuhören. Geld steht für europäische Politiker weitaus höher im Rang als das Überleben der Menschlichkeit/Menschheit.

Aus meiner Perspektive strebt man in Washington überhaupt keine diplomatische Beilegung der Krise in der Ukraine an. Unter Umständen könnte es sein, dass Russlands bester Schritt auf einer sofortigen Okkupation der russischen Territorien in der Ukraine basieren könnte, um diese Gebiete wieder in die Russische Föderation einzugliedern, woher sie stammen. Und dies sollte geschehen, bevor die USA und deren in der NATO zusammengefassten Vasallenstaaten auf einen Krieg vorbereitet sind.

Es wird sich für Washington als viel schwieriger erweisen, einen Krieg zu beginnen, falls die umstrittenen Gebiete bereits als verloren angesehen werden müssen. Russland wird durch eine endlose Propaganda aus Washington dämonisiert, egal ob es seine traditionell zugehörigen Territorien wieder eingliedert oder nicht. Falls Russland dabei zusehen sollte, wie diese Territorien durch Washington unterdrückt werden, werden sowohl Prestige als auch Autorität der russischen Regierung kollabieren. Vielleicht ist es genau dieser Aspekt, auf den man in Washington baut.

Falls Putins Regierung an der Seitenlinie verharren sollte, während die russischen Gebiete in der Ukraine unterdrückt werden, wird Putins öffentliches Prestige abstürzen. Washington wird die russische Regierung daraufhin durch eine Aktivierung seiner eigens finanzierten Hundertschaften von NGOs erledigen, die Russlands Regierung auf törichte Weise auf eigenem Boden tolerierte. Russland befindet sich dann in einem Kampf mit Washingtons fünfter Kolonne.

Wie ich in einem früheren Bericht ausführte, gerät der US-Dollar zurzeit an mehreren Fronten unter Druck. Eine dieser Fronten leitet sich aus den törichten Drohungen des Obama-Regimes ab, Russland mit wirtschaftlichen Sanktionen zu belegen. Andere Staaten sind nicht mehr länger dazu bereit, Washingtons Missbrauch des weltweiten Dollarstandards zu tolerieren. Washington nutzt das in US-Dollar denominierte internationale Zahlungssystem, um ganzen Ökonomien anderer Staaten Schaden zuzufügen, die sich Washingtons politischen Hegemoniebestrebungen widersetzen.

Russland und China reicht es jetzt ganz offensichtlich. Wie ich in der Vergangenheit ausführte – und wie Peter Koenig in diesem Artikel berichtet – beginnen sowohl Russland als auch China ihren internationalen Handel vom US-Dollar abzukoppeln. Es zeichnet sich ab, dass Russland seinen Handel schon bald – inklusive des Verkaufs von Rohöl und Gas an Europa – auf Basis des Rubels und anderen Währungen seiner BRICS-Partner abrechnen wird.

Meiner Ansicht nach haben die Regierungen Russlands und Chinas ernsthafte strategische Fehler begangenen, indem sie bis heute Teil des in US-Dollar denominierten internationalen Zahlungssystems blieben. Die BRICS-Länder und alle andere Staaten, die über Hirn verfügen, sollten sofort aus diesem Dollarsystem austreten, welches das Rückgrat des Mechanismus des US-Imperialismus bildet. Die BRICS-Länder sollten so schnell wie möglich ein eigenes und vom Dollarstandard separiertes Zahlungssystem aus der Taufe heben. Gleiches gilt auch für einen Aufbau eigener und exklusiver Kommunikations- und Internetsysteme.

Russland und China haben diese strategischen Fehler auf dümmliche Art und Weise begangen, weil sie nach wie vor von ihrem kommunistischen Versagen und einer Politik der Unterdrückung gezeichnet sind, um auf naive Weise anzunehmen, dass Washington rein und seiner propagandistischen Selbstbeschreibung eines Schutzherrn von Recht, Gerechtigkeit, Gnade und Menschenrechten verpflichtet sei.

Dagegen ist Washington, die “außergewöhnliche und unentbehrliche Nation”, seiner Hegemonie über die Welt verpflichtet. Russland, China und der Iran stehen dieser Hegemonie Washingtons im Weg und sind aus diesem Grund Ziele für zukünftige Attacken.

Ein Angriff auf Russland zeichnet sich gerade ab.

Copyright © Paul Craig Roberts 2014, Institute for Political Economy

http://www.cashkurs.com/kategorie/gesellschaft-und-politik/beitrag/washington-treibt-die-welt-in-einen-krieg/

Über Dr. Paul Craig Roberts

Dr. Paul Craig Roberts

US-Präsident Ronald Reagan ernannte Dr. Roberts zum stellvertretenden Finanzminister der Vereinigten Staaten mit dem Zuständigkeitsbereich Wirtschaftspolitik und wurde durch den US-Senat in seinem Amt bestätigt. Von 1975 bis 1978 diente Dr. Roberts im US-Kongress, in dem er das Kemp-Roth Gesetz entwarf. Darüber hinaus spielte er eine führende Rolle in Bezug auf das Werben unter beiden Parteien zur Entwicklung einer angebotsorientierten Wirtschaftspolitik. Nachdem er aus dem US-Finanzministerium ausschied, betätigte er sich als Berater des amerikanischen Verteidigungs- und Handelsministeriums.

Dr. Roberts war Mitherausgeber und Kolumnist des The Wall Street Journal, Kolumnist für Business Week sowie den Scripps Howard News Service. Im Jahr 1992 wurde er mit dem Warren Brookes Award für exzellente Leistungen im Journalismus ausgezeichnet. 1993 kürte ihn Forbes Media zu einem der einflussreichsten und besten Journalisten in den Vereinigten Staaten.

Dr. Roberts wurde für seine herausragenden Leistungen zur Formulierung der ökonomischen Wirtschaftspolitik der Vereinigten Staaten mit dem Meritorious Service Award des US-Finanzministeriums ausgezeichnet. Im Jahr 1987 zeichnete ihn die französische Regierung für seine Leistungen einer Erneuerung der Wirtschaftswissenschaften und -strategien nach einem halben Jahrhundert des Staatsinterventionismus aus und nahm Dr. Roberts in die Ehrenlegion auf.

Er gehört nicht nur in den USA zum Who’s Who der Gesellschaft, sondern in der ganzen Welt.

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