Reaktion auf Ukraine-Konflikt

Schweden will Rüstungsetat erhöhen

Die verschärfte Tonlage zwischen Russland und dem Westen in der Ukraine-Krise facht in Europa eine Debatte über höhere Rüstungsausgaben an. Die schwedische Regierung kündigte mit Hinweis auf eine russische Bedrohung an, den Rüstungsetat bis 2024 steigern zu wollen, um mehr Kampfflugzeuge und U-Boote anzuschaffen.

“Erhebliche Verstärkung des Militärs”

Der Kampfpanzer "Leopard 2 A6" (Bildquelle: dpa)

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Teile der Union fordern mehr Geld für Rüstungsgüter wie Panzer oder Kampfjets.

In dem Budget für 2015 werde sie eine erhebliche Verstärkung des Militärs vorschlagen, erklärten Vertreter der Regierung. “Wir sehen derzeit, dass Russlands Vorgehen die Ängste bestätigt und übertrifft, die wir hatten”, schrieben die Chefs der vier Parteien, die die Mitte-Rechts-Regierung in Schweden bilden, in einem offenen Brief.

Die norwegische Verteidigungsministerin Ine Eriksen Söreide forderte in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters sogar höhere Rüstungsanstrengungen aller europäischen NATO-Staaten. Norwegen besitzt eine knapp 200 Kilometer lange gemeinsame Grenze mit Russland.

Auch Union will mehr Rüstungsausgaben

Auch in Deutschland gibt es aus der Union erste Stimmen, die erstmals seit Jahren eine Diskussion über eine Erhöhung der Rüstungsausgaben fordern. Der CDU-Politiker Henning Otte sagte, Sicherheit sei “nicht zum Nulltarif zu bekommen. Der finanzielle Handlungsrahmen muss so gesetzt werden, dass die Sicherheit unseres Landes zu jeder Zeit gewährleistet werden kann”, erklärte der verteidigungspolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion.

Während China und Russland in den vergangenen Monaten erhebliche Steigerungen ihrer offiziellen Verteidigungsetats bekanntgegeben hatten, waren dieRüstungsausgaben in vielen EU-Staaten, aber auch den USA in den vergangenen Jahren gekürzt worden. NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen fordert seit längerem, dass die Mitgliedsstaaten ihre Ausgaben für das Militär steigern sollten.

http://www.tagesschau.de/ausland/ruestungsausgaben-ukraine-krise100.html

Wie kommen die Waffen in die Welt? Wer beliefert Militärs mit neuester Rüstungstechnik? Und: Wohin fließen die Milliarden aus den Staatsetats für Verteidigung?

http://www.n-tv.de/politik/Westen-ruestet-ab-der-Rest-der-Welt-auf-article12656106.html

Wettlauf in die neue Weltordnung: Der Milliardenhunger des Militärs

Russland sei DankRüstungsfirmen hoffen auf Trendwende

Von Egmond Haidt und Benjamin Feingold

Rüstungsaktien gehören zu den schwarzen Schafen an der Börse. Sie haben moralisch einen schweren Stand und viele Anleger investieren gar nicht erst in dieses Segment. Ein Fehler?

Eigentlich kann sich eine Outperformance von 20 Prozent in knapp zwei Jahren gegenüber dem S&P-500 sehen lassen. Allerdings nicht, wenn es sich um Rüstungsaktien handelt. Der Nasdaq Arca Defense Index, der die US-Firmen aus dem Sektor enthält, schaffte seit Mitte 2012 ein Kursplus von rund 60 Prozent, während der S&P-500 nur einen Gewinn von etwa 40 Prozent erzielen konnte.

Dennoch meiden viele Anleger diesen Sektor des Aktienmarktes, auch wenn sich die Aussichten nach einem heftigen Kursrücksetzer wieder bessern. Reine börsennotierte Rüstungsaktien sind vor allem in den USA zu finden, die im Nasdaq Arca Defense Index zusammengefasst sind.

Zuversicht nach Kursrutsch

Dem jüngsten Kursrückgang beim S&P-500 konnten sich auch die Aktien der Rüstungsfirmen nicht entziehen: Der Nasdaq Arca Defense Index ist seit dem Allzeithoch von Anfang März um acht Prozent abgetaucht. Verantwortlich dafür könnten allerdings hauptsächlich Gewinnmitnahmen sein. Denn die Geschäftsperspektiven der Unternehmen hellen sich angesichts der Verschärfung der Russland-Krise auf. Weil die USA und Russland sich auf die größte Machtprobe seit dem Kalten Krieg zubewegen, fordern etliche Experten die Regierung von Präsident Barack Obama auf, die Militärausgaben aufzustocken.

“Jedermann aus dem Pentagon und der Rüstungsindustrie nimmt die Ukraine-Krise als Begründung, weshalb das Verteidigungsministerium mehr Geld für Militärtechnik aufwänden sollte”, sagt Loren Thompson, Vorstand und Rüstungsexperte bei der Beratungsfirma Lexington Institute.

F-35A Lightning II: Neue Flieger braucht die US Air Force.F-35A Lightning II: Neue Flieger braucht die US Air Force.(Foto: REUTERS)

Laut Thompson könnte die Krise die Nachfrage nach Raketenabwehrsystemen, die Firmen wie Raytheon oderLockheed Martin bauen, ebenso steigern wie nach gepanzerten Fahrzeugen. Diese werden von General Dynamics und dem britischen Konzern BAE Systemshergestellt. Ganz oben auf der Agenda des US-Verteidigungsministeriums steht der Austausch alter Flugzeuge gegen neue Kampfflugzeuge vom Typ F-35 von Lockheed Martin sowie zusätzliche Käufe von Überwachsungsdrohnen von Northrop Grumman.

Rüstungsausgaben bleiben auf hohem Niveau

2013 hatten die USA nicht zuletzt wegen der hohen Staatsverschuldung die Militärausgaben reduziert. Laut dem Jahresbericht des Stockholm International Peace Research Institute (Sipri) haben die USA ihre Rüstungsausgaben um sechs Prozent auf 640 Milliarden Dollar gesenkt. Als Gründe führten die Experten das Ende des Irak-Einsatzes, den beginnenden Afghanistan-Rückzug und den Sparkurs des Pentagon an. Dennoch hätten die USA 3,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Militärausgaben verwendet. Weltweit seien es lediglich 2,4 Prozent.

Obwohl die Amerikaner kräftig auf die Bremse getreten haben, lagen die weltweiten Militärausgaben stabil bei 1,75 Billionen Dollar. Das lag daran, dass laut den Schätzungen von Sipri unter anderem Länder wie China und Saudi-Arabien ihre Rüstungsausgaben stark erhöht haben. So hätten die Chinesen die Ausgaben um 13 Prozent auf geschätzt 188 Milliarden Dollar aufgestockt und damit den zweiten Platz belegt vor Russland mit geschätzten 87,8 Milliarden Dollar. Der Viertplatzierte Saudi-Arabien hat fast 20 Prozent mehr aufgewendet.

Sorgen nehmen zu

Der steigende Wehretat Pekings erweckt zusehends Misstrauen, zumal Experten befürchten, dass sich die Spannungen mit Japan und anderen Ländern der Region wegen der territorialen Ansprüche Chinas weiter verschärfen könnten. Wegen der Russland-Krise stand der Streit zwischen China und Japan bislang nicht so sehr im Fokus vieler Experten. Das könnte sich aber schnell ändern.

Ein Ex-General der chinesischen Armee hatte zuletzt gewarnt, “ein Krieg mit Japan wegen Gebietsstreitigkeiten wird zunehmend wahrscheinlich”. Etliche Experten befürchten, dass in dem Fall auch die USA in den Konflikt hineingezogen werden könnten. Das US-Militär hatte Anfang April dem Kongress eine Wunschliste über zusätzliche Ausgaben von 36 Milliarden Dollar zukommen lassen, die noch in das Budget für das Haushaltsjahr 2014/15 aufgenommen werden sollen.

Während der laufenden Berichtssaison wird die Frage interessant sein, wie die Russland-Krise und der Streit zwischen China und Japan das Geschäft der jeweiligen Rüstungsfirma beeinflussen könnten. Unter rein analytischen Gesichtspunkten prognostizieren Analysten deutliche Gewinnsteigerungen. Rüstungsaktien bleiben also somit ein zweischneidiges Schwert – und jeder Einzelne muss für sich entscheiden, ob Rüstungsaktien in sein Portfolio passen.

http://www.teleboerse.de/aktien/Ruestungsfirmen-hoffen-auf-Trendwende-article12661381.html

 

Bemerkenswerte Entwicklung: Die weltweiten Rüstungsausgaben sind laut dem...

Ein Überblick der wichtigsten Rüstungsnationen: Die USA liegen einsam vorn. An...

Insgesamt sind die Top 15 - in ihrer Zusammensetzung wie 2011 - für rund vier...

 

http://www.spiegel.de/fotostrecke/sipri-studie-die-arsenale-der-ruestungsnation-fotostrecke-95521-2.html

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