Nordhessen: Hochburg des Panzerbaus und Kommandohügel der Bundeswehr

Von Lühr Henken *

 

Seit im Juli letzten Jahres aus dem geheim tagenden Bundessicherheitsrat heraus sickerte, dass die Regierung keine Einwände gegen die Lieferung von 270 speziellen Kampfpanzern an das repressive Königreich Saudi-Arabien hat, kommt der Rüstungsstandort Kassel kaum aus den Schlagzeilen heraus. Ruchbar wurde darüber hinaus der Wunsch dieses Golfstaats nach 600 bis 800 LEOPARD-Kampfpanzern, Indonesiens nach 100 und schließlich des Emirats Katar nach 200 LEOPARDen. In Kassel werden traditionell die Panzertürme montiert. Die Realisierung dieser Milliarden-Deals würde Deutschland den dritten Platz in der Weltrangliste der Rüstungsexportnationen bis zum Ende des Jahrzehnts sichern. Der Export-Skandal verdeckt andere Rüstungsproduktionen aus Kassel für die deutsche Bundeswehr und hoch gefährliche Entwicklungen im Zuge der Bundeswehrreform in der näheren Umgebung Kassels, also in Nordhessen. Damit ist abgesteckt, worum es in den folgenden Ausführungen geht.

Zunächst zu den beiden größten Kasseler Rüstungsfirmen: KMW und Rheinstahl

Krauss-Maffei Wegmann (KMW)

Krauss-Maffei Wegmann (KMW) ist europäischer Marktführer bei stark gepanzerten Ketten- und Radfahrzeugen. Bisher hat KMW 7.000 Kampfpanzer des Typs LEOPARD hergestellt. KMW hat für militärische Produkte drei Produktionsstandorte in Deutschland: München, Kassel und Hamburg. Firmensitz ist München. Darüber hinaus verfügt KMW über Standorte in sechs Ländern und beschäftigt etwa 3.400 MitarbeiterInnen. Etwa 1.500 davon in Kassel (hna.de 5.6.12). Der Export in insgesamt 30 Länder macht etwa 70 Prozent des KMW-Gesamtumsatzes aus. 2010 setzte KMW rund 900 Mio. Euro um und belegte unter den größten Rüstungsfirmen in Deutschland Platz 4.

http://www.ag-friedensforschung.de/themen/export/nordhessen.html

Erinnerung an Halit Yozgat, dem Kasseler Mordopfers des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) am nach ihm benannten Platz und Mahnmal. Halit Yozgat (* 1985 in Kassel; † 6. April 2006 ebenda) war das neunte und damit vermutlich vorletzte Todesopfer sowie das jüngste Opfer der Neonazi-Mordserie, die in den Jahren 2000 bis 2006 in verschiedenen Großstädten Deutschlands verübt wurde. Halit Yozgat wurde in seinem Internetcafé im Kasseler Stadtteil Nord-Holland durch zwei gezielte Pistolenschüsse ermordet. http://de.wikipedia.org/wiki/Halit_Yozgat

Halit Yozgat

Politik

Politik

Vater von NSU-Opfer bezichtigt Ex-Verfassungsschützer der Lüge

Im NSU-Prozess hat der Vater des ermordeten Halit Yozgateinen ehemaligen Verfassungsschützer offen der Lüge bezichtigt – und die Zweifel an dessen Glaubwürdigkeit weiter genährt.

http://www.stern.de/politik/halit-yozgat-91433798t.html

http://friedensblick.de/2774/rekonstruktion-des-nsu-mordes-an-halit-yozgat/

Renate Müller redet an der “Rampe” –

Die Rampe (Mahnmal)

Die Rampe an der Moritzstraße in Kassel

Detail und Ausschnitt der Rampemit Blick auf die Henschel-Esse, 2006

Die Rampe ist ein von der deutschen Künstlerin E. R. Nele geschaffenes Mahnmal gegen Deportation und Vernichtung, das 1985 auf dem Gelände des ehemaligen Henschelwerks in Kassel (im Stadtteil Nord-Holland) eingeweiht wurde.

Das Mahnmal wurde am 8. Mai 1985, vierzig Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs, auf dem Gelände der damaligen Gesamthochschule und heutigen Universität Kassel eingeweiht und erinnert an die NS-Verbrechen während der Zeit des Nationalsozialismus zwischen 1933 und 1945. Es mahnt dem Frieden und ist ein deutliches Symbol für die verheerende Entweihung, die Totalitarismus, Militarismus und Unterdrückung im Deutschen Reich durch Hierarchie und Staatsglaube, überzogenen Kult und Symbolismus im Krieg und Holocaust verursacht haben. Es stellt gleichwohl die Deportation jüdischer Mitbürger in Kassel und Nordhessen als auch Kriegsgefangener und zur Zwangsarbeit Gezwungener in der Kriegsmaschinerie des Dritten Reiches dar, der die örtliche Industrie nach der Arisierung ebenso angehörte. Die Firma Henschel beschäftigte während der Kriegsjahre bis zu 6000 Zwangsarbeiter.

Die Installation besteht aus einem dunkel lasierten Güterwaggon, aus dessen Ladetür getriebene, körperlose Figuren in die Leere zu stürzen scheinen. Am Boden zerfallen sie zu Umhängen und liegen wie leblos entseelt am Ende ihrer Reise. Die ursprüngliche Umgebung bestand aus einem gepflasterten Granit, der eingefriedet von schmiedeeisernen Gitterzäunen das Mahnmal zur Straße hin abgrenzte. Neben der Installation beleuchtete eine schlichte, gebogene Straßenlampe die Szenerie. Dem Mahnmal Rahmen gebend gehörte ursprünglich ein dahinter befindlicher Betonmonolith und ein Hain aus acht Robiniendazu, die das Ensemble zum Gelände hin abstützten. Es befand sich umgeben von einer Kirschenallee, die neben dem Parkplatz der Hochschule auf die verbliebenen Industriehallen zuführte, und zwei Flachbauten, die den Charakter von Baracken sinnbildlich übertrugen. Auf dem Gelände befanden sich ursprünglich bis in die Zeit der Hochschulgründung die Gleisanschlüsse des Lokomotiv-Unternehmens. Das rechts neben dem Denkmal befindliche Tor zeigte mit Betonplatten den Verlauf der Gleise stilisiert in die Tiefe der als „Ahnapark“ genutzten Freifläche. Die Ahna ist ein entlang des Grünzugs in diesem Abschnitt tief kanalisierter Bachlauf, der die zeithistorische Geschichte im übertragenen Sinne begleitet und auf dem Gelände der Hochschule als fester Bestandteil der Anlage gilt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Rampe_(Mahnmal)

File:Die Rampe Mahnmal Kassel E R Nele.jpg

Holocaust Memorial “Die Rampe” – E R Nele – Kassel, Germany

Anne Rieger: Die Gewerkschaftsfunktionärin (IG Metall), die auch dem Bundesausschuss Friedensratschlag angehört, warf in ihrer Rede den Herrschenden in den USA, der EU und „Teilen des deutschen Großkapitals“ vor, dass ihre Sorge nicht den Menschen in der Ukraine gelte. Das Volk sei den wirtschaftlichen und politischen Eliten völlig gleichgültig. Vielmehr gehe es um „geostrategische Einflusszonen, den Zugang zu Erdöl, zu Rohstoffen und billigen Arbeitskräften“.

Hier ein Artikel von ihr aus dm Jahr 2002: Warum Kriege geführt werden:

Warum Kriege geführt werden

von Anne Rieger

Die Terroranschläge des 11. September 2001 sind nicht die Ursache des Afghanistan-Krieges. Sie wurden als Vorwand genutzt, um einen spätestens seit Juli 2001 in Erwägung gezogenen Krieg zu führen. Ursache sind militärische und ökonomische Interessen. Es geht um Ressourcen und Märkte, vor allem um Öl und Erdgas, die den gesamten Wirtschaftskreislauf in Fluß halten.

Im Irak-Krieg 1990 war für jedermann ersichtlich, für was er geführt wurde: Blut für Öl. In den USA wohnen fünf Prozent der Weltbevölkerung, die 25 Prozent der gesamten Energie verbrauchen. Sie sind die größten Ölverbraucher weltweit und müssen 56 Prozent ihres Bedarfs einführen, pro Tag allein 750 000 Barrel (1 Barrel = 157 Liter) aus dem Irak (Der Tagesspiegel 7.3.01).

Sowenig wie der Krieg gegen Afghanistan wegen der Terror-Anschläge in New York und Washington geführt wurde (das Land liegt in trümmern, und Bin Laden wurde immer noch nicht gesichtet), sowenig auch um die Einhaltung der Menschenrechte, um die Gleichberechtigung der Frauen oder den Schutz von Buddha-Statuen oder anderen Kulturdenkmälern. Kriegsziel der USA sind die Öl- und Erdgasvorkommen im Kaspischen Becken und der reibungslose Öltransport in den Indischen Ozean. Noch bis August 2001 verhandelte die US-Firma Unocal mit den damals in Afghanistan regirenden Taliban wegen einer Ölpip­ eline. »Die Sicherheit unserer Energieversorgung zu gewährleisten, ist das oberste Ziel unserer Außenpolitik«, sagte George W. Bush wenige Tage nach seinem Amtsantritt, nachdem die Ölindustrie seine Partei im Wahlkampf massiv unterstützt hatte. »Wir müssen unsere Abhängigkeit und Erpreßbarkeit verringern sowie die wachsende Nachfrage befriedigen.« Er sagte es mit Blick auf die damalige Tagung der Organisation erdölerzeugender Länder (Opec).

Aus der Ölindustrie, der seine eigene Familie eng verbunden ist, kommen auch Bushs engste Berater, z.B. Condoleezza Rice. Die Chefin des Nationalen Sicherheitsrates war von 1991 bis 2000 Vorstandsmitglied der Chevron-Gruppe, eines der weltgrößten Ölkonzerne, in dem sie vor allem für die Standorte Kasachstan und Pakistan verantwortlich war. Vizepräsident Dick Cheney war bis zum Beginn des Wahlkampfes über lange Jahre Vorstandsvorsitzender von Halliburton, der weltgrößten Dienstleistungsfirma für die Erdölindustrie. Kathleen Cooper, Staatssekretärin für wirtschaftliche Angelegenheiten im Handelsministerium, war Chefökonomin des Weltkonzern Exxon. Im einzelnen ist das dem jüngst im Züricher Pendo Verlag erschienenen Buch »Die verbotene Wahrheit« von Jean-Charles Brisard und Guillaume Dasquié zu entnehmen.

Der Aufstieg der Taliban war (auch das ist bei Brisard/Dasquié nachzulesen) untrennbar mit den Interessen der Erdöl- und Gaskonzerne in dieser Region verbunden. Denn etwas weiter nördlich, jenseits der afghanischen Berge lockten die reichen Bodenschätze von Turkmenistan, Usbekistan und vor allem Kasachstan; und mehrere US-amerikanische Ölkonzerne, darunter Chevron, hatten gleich nach dem Zusammenbruch der UdSSR in dieser Region Fuß gefaßt. Für den Transport von Erdöl oder Erdgas aus Mittelasien gibt es aber nur drei mögliche Wegrichtungen: entweder westwärts durch Rußland oder Aserbaidschan und die Türkei zu einem Sammelpunkt am Mittelmeer oder südwestwärts, sprich durch den Iran, oder schließlich südwärts durch Afghanistan. Geplant wurde eine Pipeline von Chardjou (Turkmenistan) nach Gwadar (Pakistan) quer durch Afghanistan. Eine Ferngasleitung stellte man sich zwischen Daulatabad (Turkmenistan) und Multan vor, an Kandahar vorüber. Die afghanische Lösung war für viele westliche Erdölfirmen und die US-Regierung die ideale Alternative zu einer Trasse durch Rußland oder den Iran. Die USA wollten nicht zu Bittstellern in Moskau oder Teheran werden, wodurch der Einfluß der beiden Länder in Zentralasien enorm gewachsen wäre.

Zbigniew Brzezinski, einst Sicherheitsberater unter US-Präsident Carter, definierte bereits 1997 die amerikanischen Interessen im »eurasische Balkan«: »Amerikas primäres Interesse muß folglich sein, mit dafür zu sorgen, daß keine einzelne Macht die Kontrolle über dieses Gebiet erlangt und daß die Weltgemeinschaft ungehinderten finanziellen und wirtschaftlichen Zugang zu ihr hat«. Denn die zentralasiatische Region und das Kaspische Becken könnten sich zu einem »ökonomischen Filetstück entwickeln«, da sich in dieser Region »ungeheure Erdgas- und Erdölvorkommen, von wichtigen Mineralien einschließlich Gold ganz zu schweigen,« konzentrieren – »Erdgas- und Erdölvorräte, die jene Kuwaits, des Golfs von Mexico oder der Nordsee in den Schatten stellen«. Brzezinskis Buch, dem die Zitate entnommen sind, erschien auf deutsch unter dem Titel »Die einzige Weltmacht – Amerikas Strategie der Vorherrschaft«. In aller Deutlichkeit liest man dort: »In erster Linie jedoch geht es um Zugang zur Region, über den bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion Moskau allein verfügen konnte. Alle Bahntransporte, Erdgas- und Erdölpipelines und sogar der Flugverkehr wurden über das Zentrum geleitet. Die russischen Geopolitiker sähen es natürlich lieber, wenn es so bliebe, da sie genau wissen, daß, wer den Zugang zur Region unter Kontrolle oder unter seiner Herrschaft hat, aller Wahrscheinlichkeit nach auch den geopolitischen und ökonomischen Gewinn einheimst. Genau diese Überlegung hat der Pipeline-Frage für die Zukunft des Kaspischen Beckens und Zentralasiens eine so zentrale Bedeutung verliehen.«

Und selbst in einem schlichten Nachschlagewerk wie dem »Fischer-Welt­ almanach« war schon 1998 zu lesen: »Pakistan und die USA verfolgen in dieser Region seit längerem das geostrategische Projekt, einen stabilen Korridor zu schaffen, der Handelsverbindungen und Zugang zu den großen Öl- und Erdgasvorkommen und Erzlagerstätten der zentralasiatischen Republiken gewährt… Westliche Investoren, unter anderem der Ölkonzern Unocal, haben Vorleistungen in Milliardenhöhe erbracht, um das Vorhaben einer Pipeline voranzubringen, die von Zentralasien durch Afghanistan an den Indischen Ozean und nach Pakistan führt.«

Die 1890 gegründete Union Oil Company of California, bekannter unter dem Namen Unocal, hatte 1995 gemeinsam mit der Delta Oil ein Abkommen mit dem turkmenischen Präsidenten Niyazov über Gasexporte im Wert von acht Milliarden US-Dollar abgeschlossen. Auch der Bau einer Ferngasleitung durch Afghanistan war vorgesehen; die Baukosten waren mit drei Milliarden Dollar veranschlagt.

Die US-amerikanische Unterstützung der Taliban begann nachzulassen, als im Frühjahr 1997 im Norden Afghanistans heftige Kämpfe einsetzten. Im Frühjahr und Sommer 2001 versuchten Vertreter verschiedener Staaten in diskreten Verhandlungen in Berlin, die Taliban zu einem Waffenstillstandsabkommen mit der Nordallianz und zur Auslieferung Bin Ladens zu bewegen, um Ruhe in der Pipelineregion zu erreichen. Während der letzten Unterredung in Berlin sprach nach Angaben des pakistanischen Vertreters Naiz Naik die kleine US-amerikanische Delegation von »militärischen Möglichkeiten« gegen die Taliban, wenn diese nicht bereit wären, ihre Position zu ändern.

Die Lage war brisant, zumal Moskau und Peking zahlreiche Abkommen über den Bau von Pipelines abgeschlossen hatten, die das Öl aus Zentralasien befördern sollten; vor allem war seit dem Sommer die russische Pipeline aus der kaspischen Region in Betrieb. Die amerikanische Konkurrenzpipeline, die in die Türkei führen sollte, war hingegen noch im Planungsstadium. So mußten die US-amerikanischen Konzerne befürchten, daß in Kürze die Öl- und Gasvorkommen, die sie sich in Mittelasien gesichert hatten, an Leitungen unter chinesischer und russischer Kontrolle angeschlossen sein würden. Die im August 2001 beendeten Gespräche mit den Taliban brachten nicht die gewünschten ­ Ergebnisse.

Die Region soll »befriedet« werden. Da das in den Bergen Afghanistans nach monatelangem Krieg noch nicht zu gelingen scheint, erwägen die USA jetzt gnadenlos terroristisch, Natur und Menschen mit Atombomben zu vernichten. Im Anschluß können Techniker in Schutzanzügen durch die atomare Wüste eine ­ Pipeline legen, die nicht durch drum herum wohnende, frierende Menschen zerstört werden kann, denen Heizöl oder Energie fehlt, wie in Afrika schon mehrfach geschehen.

Wer auch immer die Terroranschläge vom 11. September begangen haben mag, es waren gewiß keine Vertreter verarmter arabischer Massen, sondern reaktionäre Eliten. Solcher Terror ist keineswegs Ausdruck eines antiimperialistischen Kampfes, sowenig wie die Mafia einen solchen führt. Die Armen und abhängig Beschäftigten dieser Welt hatten davon keinen Vorteil – im Gegenteil. Die USA aber errangen eine Machtposition zwischen Rußland, China und Indien.

Auch der Krieg im Nahen Osten hat Öl- und Wasserfragen als Ursachen, auch wenn von solchen wirtschaftlichen Hintergründen kaum die Rede ist – ebenso wie im Krieg gegen Jugoslawien. Kaum bekannt ist, das der Krieg im Kongo 1997 um den Rohstoff Coltan (Tantal) geführt wurde, der für Computer und Handys verwendet wird. Er kostete zwei Millionen Menschen das Leben. Und im Konflikt zwischen Indien und Pakistan spielen geostrategische Interessen ­ gleichfalls eine entscheidende Rolle.

Europa bereitet sich vor, im weltweiten Verteilungskampf militärisch mitzumischen – namentlich Deutschland, das beim Ölverbrauch an fünfter Stelle liegt. Die Europäische Eingreiftruppe soll in zehn Jahren voll handlungsfähig sein. Bundeskanzler Schröder erhielt immer wieder Beifall, als er Anfang November 2001 auf einer Unternehmertagung in Düsseldorf den Einsatz deutschen Mililitärs im Afghanistan-Krieg begründete. Der nordrhein-westfälische Arbeitgeberpräsident Jochen Kirchhoff begrüßte »den Mut der Bundesregierung zum Kampf gegen den Terrorismus«. Der deutschen Wirtschaft bieten sich nach den Worten des Vorsitzenden ihres Nah- und Mittelost-Vereins, Werner Schoeltzke, beim Aufbau Afghanistans »viele Möglichkeiten«. Sie hofft, »mit Hilfe ihrer guten iranischen Kontakte auch in Afghanistan Fuß fassen zu können« (Financial Times Deutschland 1.2.02).

Deutschland ist bei Militäreinsätzen auf dem Balkan wieder dabei, in Afghanistan, am Horn von Afrika, in Somalia, mit ca. 12 000 Soldatinnen und Soldaten außerhalb des NATO-Bündnisgebietes. Aufgabe der Bundeswehr ist dabei weniger die Terrorismusbekämpfung als der »freie Zugang zu Rohstoffen und Märkten in aller Welt« (so die Verteidigungspolitischen Richtlinien, die schon 1992 formuliert wurden). Die Kriegseinsätze und die damit verbundene Umrüstung der Bundeswehr zur weltweit agierenden Interventionsarmee haben enorme Auswirkungen – soziale und andere. Das bekamen am 2. Februar, als die Bundesregierung in München 30 Außen- und Kriegsminister, den russischen Präsidenten Putin, Repräsentanten von Rüstungsfirmen und US-Kongreßabgeordnete empfing, mehr als 800 Demonstranten zu spüren, die kurzerhand inhaftiert wurden. Und erstmals seit 1933 wurde das Münchener Gewerkschaftshaus von der Polizei umstellt, während dort eine Gegenveranstaltung mit internationalen Referenten stattfand.

http://www.sopos.org/aufsaetze/3cc9a27d28aca/1.phtml

und: http://labournet.de/branchen/sonstige/ruestung.html

Bilder aus: http://www.hna.de/lokales/kassel/zulauf-durch-ukraine-konflikt-3495410.html