China und Südkorea verärgert über Abes Kriegsschrein-Geste

21. April 2014, 13:23
 Sandte heiligen Zweig als Gabe an umstrittenen Kriegsschrein Yasukuni

Tokio – Mit einer erneuten Würdigung des umstrittenen Kriegsschreins Yasukuni hat der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe heftige Proteste in China und Südkorea ausgelöst. Abe verzichtete zwar auf einen persönlichen Besuch des Schreins wie im Dezember. Er sandte nun aber in einer religiösen Geste einen heiligen Zweig als Gabe dorthin. Das südkoreanische Außenministerium kritisierte dies am als “Verklärung des japanischen Kolonialismus und des Aggressionskrieges”. Die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua nannte den Vorgang eine Provokation, die die Stabilität in der Region gefährde. Abes Büro lehnte eine Stellungnahme ab mit dem Hinweis, dass der Premier als Privatperson gehandelt habe. Abe hatte im Dezember den Schrein persönlich besucht, ließ nun allerdings die Gabe eines heiligen Zweiges präsentieren.

Im Yasukuni-Schrein werden zusammen mit japanischen Kriegstoten auch verurteilte Kriegverbrecher geehrt. Der Besuch von Politikern führt immer wieder zum Streit mit Staaten wie China oder Südkorea, in denen die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg noch lebendig ist.

Die Beziehungen zwischen den Wirtschaftsriesen China und Japan sind ohnehin gespannt. Am Samstag ordnete ein Gericht in Shanghai im Streit um die Entschädigung von Zwangsarbeitern im Zweiten Weltkrieg die Beschlagnahmung eines Erz-Frachters des japanischen des Unternehmens Mitsui OSK Lines an. Die Regierung in Tokio sprach von einem “extrem bedauerlichen Schritt”. Experten gingen jedoch davon aus, dass dies Investitionen japanischer Unternehmen in China nicht beeinträchtigen wird. China und Japan streiten sich zudem um eine Inselgruppe im Ostchinesischen Meer. (Reuters, 21.4.2014)

http://derstandard.at/1397521187048/China-und-Suedkorea-veraergert-ueber-Abes-Kriegsschrein-Geste

“Diese 14 Kriegsverbrecher der „Klasse A“ sind Tōjō HidekiDoihara KenjiHirota KōkiItagaki SeishirōKimura HeitarōMatsui IwaneMuto Akira (jeweils Todesurteil), Hiranuma KiichirōKoiso KuniakiShiratori ToshioUmezu Yoshijirō (jeweils lebenslange Haft), Tōgō Shigenori (20 Jahre Haft), sowie Matsuoka Yōsukeund Nagano Osami, die vor Beendung des Verfahrens verstarben.

Im Schrein selbst werden in Broschüren und heute auch auf seiner Website die Tokioter Prozesse, die 1946 von den Alliierten ähnlich den Nürnberger Prozessenorganisiert worden waren, als Schauprozesse, Ergebnis von Siegerjustiz bezeichnet. Japan hat die Urteile der Tokioter Prozesse im Friedensvertrag von San Francisco von 1951 bestätigt, die Urteile sind somit Teil internationaler Verträge. Dennoch stellen heute sogar hohe Politiker wie Jun’ichirō Koizumi und sein Nachfolger Shinzō Abe die Legitimität der Prozesse in Frage.

Am Jahrestag der japanischen Kapitulation besuchte 2010 erstmals kein Minister den umstrittenen Yasukuni-Schrein in Tokio.[27] Am 26. Dezember 2013 besuchte mit Shinzō Abe nach sieben Jahren erstmals wieder ein japanischer Premierminister den Schrein, was Proteste in China und Südkorea auslöste.[28]

Proteste der ehemaligen Kolonien[Bearbeiten]

Von nord- und besonders von südkoreanischer Seite gab es Proteste, da im Schrein nicht nur die freiwilligen, sondern auch die zahlenmäßig größere Gruppe der zwangsrekrutierten Koreastämmigen im Schrein verehrt werden und ihre Namen in den Listen trotz der Proteste Angehöriger nicht gelöscht werden.

Auch werden aus Taiwan, einer ebenfalls ehemaligen japanischen Kolonie (1895–1945), stammende (Zwangs-) Rekrutierte im Schrein verehrt. In Taiwan gibt es allerdings geringeres Aufbegehren, da einerseits hier das Urteil über die Periode der japanischen Kolonialherrschaft milder ausgefallen ist und man andererseits Japan aus politischen Gründen nicht brüskieren will. Proteste werden vor allem seitens der Urbevölkerung Taiwans laut. So reiste die taiwanische Parlamentarierin und ehemalige Schauspielerin Gaojin Sumei im Juni 2005 nach Japan. Dabei ist sie mit einer Delegation von Ureinwohnern, die neun Stämme repräsentierten, nach Tokio gereist und wollte einerseits für eine Verlegung der im Schrein verehrten Angehörigen bitten und andererseits beim Yasukuni-Schrein friedlich gegen die Kriegsgreuel der Japaner gegen die taiwanischen Ureinwohner demonstrieren. Der Gruppe wurde jedoch der Zutritt zum Schrein verwehrt.[29]

http://de.wikipedia.org/wiki/Yasukuni-Schrein

Die Beziehungen zwischen den Wirtschaftsriesen China und Japan sind ohnehin gespannt. Am Samstag ordnete ein Gericht in Shanghai im Streit um die Entschädigung von Zwangsarbeitern im Zweiten Weltkrieg die Beschlagnahmung eines Erz-Frachters des japanischen des Unternehmens Mitsui OSK Lines an. Die Regierung in Tokio sprach von einem “extrem bedauerlichen Schritt”. Experten gingen jedoch davon aus, dass dies Investitionen japanischer Unternehmen in China nicht beeinträchtigen wird. China und Japan streiten sich zudem um eine Inselgruppe im Ostchinesischen Meer. (Reuters, 21.4.2014)

http://derstandard.at/1397521187048/China-und-Suedkorea-veraergert-ueber-Abes-Kriegsschrein-Geste

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