Projekt Münchhausen


 

1. April 2014

Münchhausen leakt Telefongespräch Merkel-Steinmeier

Der Redaktionsgruppe Projekt Münchhausen wurde aus einer NSA-nahen Quelle der nachstehende Mitschnitt eines Telefongesprächs zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Außenminister Frank-Walter Steinmeier vom 26.03.2014 zugespielt.

M. Die Amis können nicht mehr so wie früher. Jetzt wollen sie uns alle Konflikte in einem weiten Umfeld aufladen.

St.:St.: Aber sie wollen uns auch daran hindern, mit den Russen enger zusammen zu arbeiten.

M. Weshalb eigentlich? Sollen doch froh sein, wenn Putin nicht stänkert.

St.: Die Amis haben zu viel Fracking-Gas, das sie der EU verkaufen wollen. Das Geschäft läuft nicht immer über lupenreine Konkurrenz des freien Handels. Ihr Argument, wir sollten von Russland unabhängiger werden. Und außerdem lenkt das wunderbar von der Kritik an dem transatlantischen Freihandelsabkommen TTIP ab. Da waren wir uns ja selbst nicht sicher, ob wir es weiter befürworten sollen, bei so viel Kritik.

M.: Dann hängen wir noch mehr am Tropf der USA. Selbstverständlich brauchen wir die, na klar! Wir wollens aber auch wie Frank Sinatra haben. (Singt) „I did it my way“.

St.: Ja, ja, aber was ist my way? Die EU hat noch lange riesige Probleme, sich selbst zusammen zu halten. Da soll sie noch die vielen neuen Herausforderer domptieren? Der Afghanistan-Quatsch, den die Amis uns aufgedrückt haben, war schon viel zu teuer und hat uns deutlich die Grenzen militärischen Eingreifens gezeigt. Und weniger Terroristen gibt es deshalb auch nicht, im Gegenteil.

M.: So was Blödes können wir uns auch gegenüber unseren Bürgerinnen und Bürgern nicht noch einmal leisten. Dazu die vielen traumatisierten Soldaten. Die Leyen richtet schon überall Kuschelecken für die Soldaten ein.

St.: Wir müssten eine kostengünstigere Lösung für unsere Teilhabe an der Weltmacht finden.

M.: Die Bombenanschläge der Terroristen sind kostengünstiger als Drohnen und Raketen. Dachten Sie an so etwas? Oder an das, was der CIA so treibt? Anschläge, Drohnen, Ermordung sogenannter Terroristen?

St.: Diese Art von Terror entspricht nicht den von uns stets proklamierten Werten. Bei uns muss Krieg stets als etwas Edles erscheinen. – wer sagt, „Soldaten sind Mörder“, den haben wir schon immer vor Gericht gestellt.

M.: Erinnern Sie mich bloß nicht an diesen blöden Kundus-Oberst, aus dem wir noch zwecks Gesichtswahrung einen General machen mussten.

St.: Wie wäre es mit mehr Diplomatie? Die ist nicht teuer und lässt sich medial gut verkaufen.

M.: Keine schlechte Idee. Das kommt im Volk gut an. Außerdem schafft sie uns Spielraum gegenüber den USA. Wir sind dann nicht so sehr auf deren Waffenhilfe angewiesen und stehen in der Welt als die ‚Good Guys’ da.

St.: Wir könnten doch mal vorsichtig mit Putin anfangen. Wie wär’s mit der Ukraine als Brücke zwischen West und Ost. Die Ukraine Mitglied in beiden Bereichen, dazu ein System kollektiver Sicherheit? Siemens und Co. Hätten wir dabei auch auf unserer Seite.

M.: Dann müssen wir aber die Timoschenko bändigen. Die will doch Putin samt allen Russen platt machen. Mal was am Rande: Ohne den Haarzopfkranz ist die Timoschenko gar nicht mehr so attraktiv.

St.: Wir könnten ja den Schoko-König samt dem Boxer gegen sie in Stellung bringen. Die lassen sich besser händeln und verstehen sich sicher gut mit unseren Oligarchen. Vielleicht können wir Putin überzeugen, statt der G-8-Sitzung in Sotschi eine Boxweltmeisterschaft dort auszutragen.

M.: Wat denn? Soll der mit Putin, dem Kraftprotz, boxen? Nachher wird der noch Weltmeister. Nun mal ernst, Steinmeier. Mit Putin am gemeinsamen Haus Europa zu werkeln und über kollektive Sicherheit zu sprechen, ist eine gute Idee. Dafür haben wir in einem meiner Vorgänger einen guten Vermittler und Altkanzler Schmidt schicken wir auch noch mit. Raucht Putin eigentlich?

St.: Wir sollten allerdings nicht übertreiben. Schließlich verfügen wir nicht über eine eigene ausreichende atomare Abschreckung.

M.: Der Gedanke gefällt mir. Kohl, mein Lehrmeister in Sachen Machterhalt, hätte mir als Historiker gleich die Geschichte von Kaiser Friedrich dem Zweiten erzählt, der den christlichen Zugang zu Jerusalem mit den moslemischen Herrschern beim Schachspiel ausgehandelt haben soll. Wir könnten doch so als symbolischen Akt irgendeine Brücke nach Friedrich II benennen.

St.: Jetzt fahren Sie aber ganz schön auf zivile Konfliktbearbeitung ab. Doch ich muss zugeben, der Gedanke hat was. Wäre ein guter Einstieg in diese Rolle, wenn wir zur Lösung der leidigen Iran-Frage Wichtiges beitragen würden. Wir haben auch noch den Aktionsplan Zivile Krisenprävention. Vielleicht sollten wir den entstauben und mal anfangen, in die Tat umzusetzen. Da gibt es ja viele Probleme, wo der auch nützlich sein könnte.

M.: Ich schätze, Obama wäre froh, wenn er den Iran-Konflikt vom Hals hätte. Der hat doch mittlerweile begriffen, dass er in Teheran einen regime-change militärisch nicht durchsetzen und auch nicht mit Brzezinski an der Spitze bis Zentralasien durchmarschieren kann.

St.: Für eine solche Soft-Strategie sind wir eigentlich gut positioniert. Fast alle – vielleicht außer den Griechen aktuell –halten uns für redliche Sünder und wollen gerne Mercedes, manche auch Leopard fahren. Eigentlich kommen wir gut auch ohne Kriege aus – meinen Sie nicht? So sehr nützen sie unserem Rüstungsexport auch nicht, eher im Gegenteil. Das Geschrei um „liefert nicht in Krisengebiete“ macht allmählich selbst unsere Partner in der Wirtschaft nervös.

M.: Wir müssen allerdings bei der wachsenden Islam-Hetze aufpassen. Das Ersatzfeindbild für die nicht mehr existierenden Kommunisten könnte uns in die Quere kommen.

St.: Könnten Sie nicht mal ein paar Mullahs umarmen – streng verschleiert versteht sich – mit nem Schild an der Burka ‚Bundeskanzlerin Merkel’. Sonst erkennt Sie ja keiner. Natürlich nicht etwa Mursi umarmen, das gäbe Ärger mit den Saudis und mit dem zukünftigen Sisi-Präsidenten in Kairo.

M.: Sind Sie etwa ein 68er? Das erinnert mich an deren Spruch: „Make love, not war“. War damals sehr populär.

St.: Ist es noch heute. Doch zur Sache. Soft-Strategie wäre billiger, könnte viele Probleme bearbeitbar machen, schaffte uns Spielräume gegenüber den USA, die ja nicht nur unsere Freunde, sondern auch unsere Konkurrenten sind. Außerdem sicherte sie Globalisierung, von der wir in Deutschland so sehr abhängen und würde der frechen Friedensbewegung im Lande den Wind aus den Segeln nehmen. Trotzdem müssten wir nicht abrüsten. Lauter Pluspunkte.

M.: Nachtigall ick hör dir trapsen. Aber bitte nicht zu laut. Wer könnte das denn vorsichtig in die Diskussion einführen?

St.: Vielleicht die Stiftung Wissenschaft und Politik. Die schreiben immer so wissenschaftlich und deshalb nicht leicht verständlich. In diesem Fall ein Vorteil. Schlau wäre es auch, die Amis mit ins Boot zu nehmen. Wie wäre es mit den Leuten des German Marshall Funds?

M.: Na, dann lassen Sie doch mal son Versuchsballon steigen. Ich weiß natürlich von nichts. Bin aber durchaus interessiert.

St.: Haben die NSA unser Gespräch mitgeschnitten?

M.: Über so was spricht man nicht am Telefon. (Merkel legt auf)

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