UNO warnt vor Hungersnot in Südsudan

17. April 2014, 06:50

Ban Ki-Moon traf EU-Kommissarin Georgieva

New York/Juba – UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon hat vor einer Hungersnot im Südsudan gewarnt. Sollte nicht umgehend gehandelt werden, drohten bis zu eine Million Menschen in dem Land in den kommenden Monaten Hunger zu leiden, sagte Ban am Mittwoch in New York nach einem Treffen mit der für humanitäre Hilfe verantwortlichen EU-Kommissarin Kristalina Georgieva. Hunderttausende seien bereits extrem unterernährt.

Der Südsudan ist seit 2011 unabhängig und damit der jüngste Staat Afrikas. Seit Dezember tobt ein Machtkampf zwischen Präsident Salva Kiir und seinem ehemaligen Stellvertreter Riek Machar. Beide repräsentieren unterschiedliche Bevölkerungsgruppen (Kiir gehört den Dinka an, Machar den Nuer), deren Verhältnis ist seit Jahren angespannt. Hunderttausende Menschen sind wegen der Gewalt auf der Flucht. (APA, 17.4.2014)

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Südsudan droht schlimmste Hungersnot seit 1980er-Jahren

3. April 2014, 19:30
  • Nahrungsmittellieferungen aus der Luft - trotzdem droht im Südsudan eine Hungersnot.

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    foto: ap photo/wfp, giulio d’adamo

    Nahrungsmittellieferungen aus der Luft – trotzdem droht im Südsudan eine Hungersnot.


UNO: Konflikt könnte Bebauung der Felder verhindern

Juba – Wegen des anhaltenden Bürgerkriegs im Südsudan droht dort nach Einschätzung der Vereinten Nationen die schlimmste Hungersnot in Afrika seit den 1980er-Jahren. Sollte die Pflanzsaison verpasst werden, drohe “ein katastrophaler Rückgang der Nahrungssicherheit”, sagte der UN-Hilfskoordinator für den Südsudan, Toby Lanzer, am Donnerstag in Genf.

Die Folge wäre schlimmer “als alles, was der Kontinent seit Mitte der 80er-Jahre erlebt hat”, sagte Lanzer mit Blick auf die damalige Hungersnot in Äthiopien. Die Pflanzsaison im Südsudan ist gewöhnlich im April und Mai, doch können viele Bauern dieses Jahr ihre Felder wegen der Kämpfe zwischen den Truppen von Präsident Salva Kiir und den Rebellen unter Führung seines früheren Stellvertreters Riek Machar nicht bebauen. “Sollten die Bauern es in den kommenden zwei Monaten nicht auf ihre Felder schaffen, braucht es nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, was im November und Dezember passiert, wenn die Ernte fällig ist: Es wird keine geben”, sagte Lanzer.

Seinen Angaben zufolge sind bereits 3,7 Millionen Menschen vom Verhungern bedroht. Lanzer warnte, dass die UNO es wegen der Gewalt kaum schaffe, Vorratslager vor Beginn der Regenzeit aufzubauen, die Straßen vielerorts unpassierbar macht. Vor den seit Mitte Dezember andauernden Kämpfen sind mehr als eine Millionen Menschen geflohen. Lanzer forderte, rasch Saatgut und Werkzeug an die Bauern zu liefern. Zudem beklagte er, dass bisher der Hilfsaufruf der UNO nur zu einem Viertel erfüllt sei. (APA, 3.4.2014)

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