Reaktion auf Bitten von Mitgliedsländern

Nato verstärkt Präsenz an den Ostgrenzen

Vor 39 Minuten
Ein Awacs-Flugzeug der Nato beim Start in Geilenkirchen. Diese Maschine flog am 2. April nach Polen.
Ein Awacs-Flugzeug der Nato beim Start in Geilenkirchen. Diese Maschine flog am 2. April nach Polen. (Bild: Ina Fassbender / Reuters)
Die Nato will angesichts der Ukraine-Krise ihre militärische Präsenz in den östlichen Staaten des Bündnisses erhöhen. Nato-Generalsekretär Rasmussen sagte in Brüssel, es würden mehr Flugzeuge und Schiffe eingesetzt und auch Soldaten geschickt.

(srs./Agenturen) Die Nato verstärkt angesichts der Ukraine-Krise ihre militärische Präsenz in den östlichen Staaten des Bündnisses. Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen sagte am Mittwoch in Brüssel, es würden mehr Flugzeuge und Schiffe eingesetzt und auch Soldaten geschickt.

Rasmussen sagte, die Schiffe würden «in die Ostsee, in das östliche Mittelmeer und nötigenfalls anderswohin» in Marsch gesetzt. Die Verteidigungspläne der Nato würden «überarbeitet und gestärkt». Vor Journalisten machte er keine Angaben zur Zahl der Soldaten, die in die östlichen Nato-Länder geschickt werden: «Es werden genug sein, um unsere Bereitschaft zu verbessern und um nötigenfalls für mehr vorzubereiten.»

Die Nato reagiert damit auf Bitten der baltischen Mitglieder Litauen, Lettland und Estland – einstige Sowjetrepubliken – sowie Polens und Rumäniens.

Flexible Schritte

Rasmussen hatte am Dienstag in Luxemburg gesagt, die Allianz werde bei ihren Schritten flexibel sein. «Einige Massnahmen können unverzüglich umgesetzt werden», sagte er. «Andere erfordern eine weitere Prüfung. Darüber könnte später unter Berücksichtigung der sich entwickelnden Lage entschieden werden.»

Angesichts der Unsicherheit über Russlands Verhalten hatte er zudem eine engere Zusammenarbeit zwischen der Allianz und der Europäischen Union gefordert.

Einsatz im Baltikum

Die Nato hat bereits in den vergangenen Wochen die Luftraumüberwachung über den baltischen Staaten, die keine eigene Luftwaffe haben, verstärkt. Deutschland hatte sich am 1. April bereiterklärt, sechs Jagdflugzeuge zu diesem Zweck nach Litauen zu schicken. Sie wurden bisher von den Nato-Militärs nicht abgerufen.