Geheimgefängnisse der CIA: USA kooperierten mit Großbritannien

10. April 2014, 15:38

Details aus geheimgehaltenem Bericht des US-Senats über die Foltermethoden und Geheimgefängnisse der CIA geleakt

Der Geheimdienstausschuss des US-Senats hat vergangene Woche eine Zusammenfassung des 6300 Seiten langen Berichts über die CIA zu veröffentlichen. Da allerdings der CIA vom Weißen Haus erlaubt wurde, heikle Informationen schwärzen zu dürfen, dringen schon jetzt einige Details an die Öffentlichkeit. Zwei US-Vertreter, die das Dokument kennen und anonym bleiben wollten, bestätigten gegenüber Al Jazeera die Existenz von Geheimgefängnissen und die Foltermethoden, die von der CIA angewandt würden.

Insel Diego Garcia

Die Mehrzahl der CIA-Gefangenen hätten sich vor ihrem Aufenthalt in Guantanamo in Geheimgefängnissen in Afghanistan oder Marokko aufgehalten. Auch auf der britischen Insel Diego Garcia im indischen Ozean nahe der Malediven sollen Verdächtige festgehalten und danach in die Vereinigten Staaten überstellt worden sein. Die US-Behörden hätten hier mit der britischen Regierung kooperiert. Bisher hat Großbritannien zwar die Existenz einer solchen Einrichtung zugegeben, aber stets bestritten, dass diese von den USA benutzt würde. In den Geheimnisgefängnissen in Polen seien zwischen 2002 und 2005 etwa 20 Gefangene untergebracht gewesen.

Red Hot Chili Peppers als Folter

Die Folterverhöre der CIA hätten laut dem Bericht dazu geführt, dass auch unschuldige Gefangene fälschlicherweise verhaftet wurden. Der saudi-arabische Islamist Abu Zubaydah, ein angeblich enger Vertrauter von Osama Bin Laden der bis heute ohne Anklage in Guantánamo sitzt, soll besonders hart gefoltert worden sein. Neben dem Waterboarding wurde er in einen Container für den Flugzeugtransport von Hunden gesperrt. Auch an der Decke der Gefängniszelle soll er festgehängt und mit Musik der Red Hot Chili Peppers beschallt worden sein. Vor Journalisten hätten die CIA-Bediensteten stets über diese Methoden gelogen. Auch angebliche Anschlagspläne seien im Zuge dessen erfunden worden. (red, derStandard.at, 10.4.2014)

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