Fast alle Menschen in allen Völkern wollen weder Gewalt , noch Krieg; sie wollen ihr persönliches Glück, persönliche und soziale Sicherheit, persönliche Freiheit, die Chance, ihr Leben organisieren zu können auf Basis eigener Arbeit. Die meisten treten auch für Fairness und Gerechtigkeit ein und haben Mitgefühl mit Mitmenschen in Not. In allen Völkern, auch den verteufelten Muslimen, wie eine Gallup-Umfrage zeigte.

Warum kommt es trotzdem zu Kriegen? Es gibt Menschen, die von Spannungen und Kriegen profitieren: Rüstungsproduzenten, Kapitalanleger, die besonders hohe Zinsen in der Rüstungsindustrie einfahren, Firmen, die in eroberten Gebieten Bodenschätze bekommen oder Aufträge, auch Fanatiker, die eher eine Chance bei Spannungen haben, an die Macht zu kommen. Da die Privilegierten in der Regel über die meisten Bildung, den größten Einfluss und die meisten Geldmittel verfügen, um Propagandisten für ihre Ideen anzustellen und deren für ihre Interessen erarbeitete Meinungen verbreiten zu können, dominieren ihre Interessen.

Wenn die Menschen nun Veränderungen fordern, können die Herrschenden  nötige innere Reformen, die ihre Privilegien beschneiden würden, dadurch abwenden, indem sie Sündenböcke aufbauen, die für alle Probleme der Menschen verantwortlich sein sollen und so die Kräfte von sich ab  und auf Minderheiten oder andere Völker oder Staaten ablenken.

Die Menschen der verschiedenen Völker, Religionsgemeinschaften oder Ethnien haben häufig wenig übereinander wissen und es nur wenig persönliche Verbindungen gibt und häufig noch weniger gemeinsame Organisationen oder systematische Zusammenarbeit. Hinzu kommen unterschiedliche Kulturen, Sprachen, Hautfarben. All das können die in den jeweiligen Strukturen  Mächtigen nutzen, Zwietracht und vielleicht auch Hass zu schüren, um die Menschen gegeneinander zu führen. Da die jeweils Herrschenden Sprache und Kultur und Hautfarbe mit den von ihnen Beherrschten gemeinsam haben, nutzen sie das, um die Einheit mit den Beherrschten zu betonen gegen die Anderen. Da es  weniger gewachsenes Vertrauen zwischen den Menschen in den verschiedenen Staaten, Ethnien oder Religionsgemeinschaften untereinander gibt, weil sie sich kaum kennen, können die Herrschenden dort leichter vorankommen.

 

Was können wir also tun?

Um die öffentliche Meinung ringen und die Auffassungen der Menschen in unserer Umgebung:

1.)    Wir sollten uns dem Aufbau von Feindbildern entgegenstellen und erläutern, dass vor allem, die, die jetzt Bestrafungen Putins fordern, selbst seit Jahren das Völkerrecht brechen und Hundertausende völkerrechtswidrig getötet haben und noch töten.

2.)    Wir sollten zeigen, dass wir den Worten unserer Regierungen und der Medien nicht glauben können, da sie uns zu häufig belogen haben, gerade wenn es um die Rechtfertigung von Kriegen geht! Wir sollten die Systematik der Feindbildkonstruktion zeigen.

3.)    Wir sollten zeigen, dass es kleine, aber mächtige Bevölkerungsgruppen gibt, die von ihrer unfairen Dominanz über andere und auch von Spannungen und vom Krieg profitieren und deshalb das Risiko von Kriegen einkalkulieren  und sogar Kriege organisieren.

4.)    Wir sollten zeigen, dass die Kleinen Leute im Krieg immer  verlieren und deshalb Krieg für sie als Mittel der Konfliktlösung ausscheidet.

5.)    Wir können das insbesondere an den jüngsten Kriegen zeigen, die uns in den Medien als gut verkauft worden sind und fast alle von Natomitgliedern oder der Nato organisiert worden sind: Keins ihrer Versprechen hat sich erfüllt.

6.)    Wir sollten versuchen, die Hintergründe und die Interessen hinter den Konflikten zu verstehen und sogar friedliche Lösungsmöglichkeiten erarbeiten und bekannt machen.

7.)    Wir sollten dazu beitragen, dass die Menschen mehr über andere Kulturen, Religionen, andere Staaten wissen, auch von den verschiedenen Strömungen in ihnen.

8.)    Wir sollten in unseren Ländern die Verbindungen zwischen den Menschen verschiedener Herkünfte stärken und auch mit ihnen die Verbindungen zwischen den Ländern und so Vertrauen von unten zwischen der Mehrheit der Menschen aufbauen. In diesen Netzwerken sollten wir auch gemeinsame globale soziale Lösungen suchen, die allen Menschen ein menschenwürdiges Leben ermöglichen.

9.)    Es gibt die politische Ebene, auf der verfassungsmäßig die Entscheidungen getroffen werden und auch mittels des staatlichen Gewaltmonopols durchgesetzt werden können.  Die gibt es heute faktisch nur auf Ebene des Nationalstaates. Eigentlich gibt es das auch international: Das gewaltmonopol hat der UN-Sicherheitsrat, der völkerrechtlich allein Gewalt beschließen darf. Aber dieses Gewaltmonopol haben vor allem die Nato und die USA  immer mehr untergraben und versuchen selbst  eigenständig das globale gewaltmonopol für sich zu beanspruchen. Das globale Gewaltmonopol der UNO muss wieder respektiert und gestärkt werden und tendenziell demokratisiert werden, d.h. alle Weltteile müssen gleichberechtigt im Sicherheitsrat vertreten sein.

10.)Unterhalb der politischen Ebene gibt es die Ebene der Zivilgesellschaft, da wo sich die Menschen freiwillig für ihre Interessen organisieren. Hier können wir uns engagieren, auch wenn auf der politischen Ebene andere Strömungen regieren. Dort können wir um andere Mehrheiten ringen für andere Positionen, Programme erarbeiten, Menschen bilden, Aktionen organisieren, bis diese Positionen so stark werden, dass die politische Ebene das nicht mehr übergehen kann und neue Kräfte mit neuen Positionen auch in die politische Ebene aufrücken können und dort die Mehrheiten ändern können.

11.)Das geht leichter auf nationaler Ebene, damit aber die globale Ordnung möglichst demokratisch ist, braucht sie die globale Zivilgesellschaft als Basis, die die „kleinen Leute“ weltweit verbindet und ihnen gemeinsame Positionen ermöglicht gegenüber den bereits vielfach global agierenden Geldeliten. Diese globale Zivilgesellschaft gibt es erst in Ansätzen und de sollten wir dringend ausbauen, auch gerade zwischen den Staaten, die die Eliten in die Konfrontation führen.

 

Im Friedensbündnis: Wir wollen keinen Krieg werden wir darüber diskutieren und wie wir in diesem Sinne vorankommen. Ihr könnt mitmachen.

Wolfgang Lieberknecht