Kein anderes Thema hat in den letzten Wochen die außenpolitische Agenda so sehr beherrscht wie die Krise um die Halbinsel Krim. Mit Blick auf die Rolle Deutschlands in diesem Konflikt ist die Haltung der Bundesbürger sehr ambivalent: 45 Prozent meinen, Deutschland solle sich fest im westlichen Bündnis positionieren. Die andere Hälfte (49 Prozent) plädiert für eine Art Vermittlerrolle der Bundesrepublik zwischen NATO und EU einerseits und Russland andererseits. Eine stärkere Präsenz der NATO in den osteuropäischen Mitgliedsländern zur Überwachung und Sicherung des Luftraums wird von der Mehrheit der deutschen Bevölkerung abgelehnt (53 Prozent). 40 Prozent sprechen sich für verstärkte Luftraumüberwachung an den Grenzen des Militärbündnisses aus. Eine Beteiligung der Bundeswehr lehnen 61 Prozent der Deutschen ab.

Konflikt mit Russland: Internationale Position Deutschlands umstritten

http://www.infratest-dimap.de/umfragen-analysen/bundesweit/ard-deutschlandtrend/2014/april/

KOmmentar dazu:

Führende Politiker von Union, SPD und Grünen fürchten eineAbkehr von der traditionellen Westbindung Deutschlands. Anlass zur Sorge ist den Politikern ein Ergebnis des aktuellen Deutschlandtrends im Auftrag der ARD-“Tagesthemen” und der “Welt”, in dem die Deutschen sich eine neue Rolle für ihr Land als eigenständigen Pol zwischen Ost und West wünschen.

„Dass die Bürgerinnen und Bürger Deutschland künftig stärker zwischen dem Westen und Russland sehen wollen, ist sicher Realität, aber nichts, was dazu führen darf, dass wir diesem Wunsch nachgeben“, sagte derGrünen-Vorsitzende Cem Özdemirder „Welt“ vom Samstag. „Es gibt keine Äquidistanz zwischen den demokratischen Bündnispartnern USA und in Europa auf der einen Seite und einem autoritären Regime im Osten auf der anderen“, sagte Özdemir. „Wir Deutschen dürfen Putins Politik nicht verharmlosen und sollten uns daran erinnern, dass es die westlichen Alliierten waren, die die Bundesrepublik auf den Pfad der Demokratie gebracht haben und mit uns den Weg der europäischen Einigung gegangen sind.“ Dieses Friedensprojekt werde nicht vom Westen sondern von Russland infrage gestellt.

http://www.focus.de/politik/ausland/krim-krise-im-news-ticker-russische-militaerexperten-atomwaffen-auf-die-krim_id_3745912.html?fbc=fb-shares

Berthold Brecht:

Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung  löste das Volk auf und wählte ein anderes?

Ausbau der Bundeswehr-Auslandseinsätze in internationalen Krisengebieten?

Bundeswehr: Mehrheit lehnt Ausweitung der Auslandseinsätze ab

Die neue Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat angekündigt, die Auslandseinsätze der Bundeswehr in internationalen Krisengebieten auszubauen. In der deutschen Bevölkerung findet dieses Vorhaben jedoch mehrheitlich keine Zustimmung: 61 Prozent lehnen es ab. Lediglich ein knappes Drittel (30 Prozent) befürwortet die Ausweitung von Auslandseinsätzen. Zwischen den Anhängern der einzelnen Parteien fällt die Ablehnung zwar unterschiedlich stark, jedoch durchweg mehrheitlich kritisch aus. Dies gilt für die Unions- (52 Prozent) und Grünen-Anhänger (58 Prozent), noch stärker aber für die Anhängerschaft der SPD (63 Prozent) und der Linkspartei (76 Prozent).

 

http://www.infratest-dimap.de/umfragen-analysen/bundesweit/umfragen/aktuell/bundeswehr-mehrheit-lehnt-ausweitung-der-auslandseinsaetze-ab/