Ebola-Epidemie in Guinea

Hilfe in grossem Stil angelaufen

Markus Häfliger, Nairobi Heute, 1. April 2014
Die Behörden im Süden von Guinea kämpfen mit vereinter Kraft gegen die Ausbreitung der Ebola-Epidemie. Derweil hat der Nachbarstaat Senegal seine Grenzen dichtgemacht.

Zehn Tage nach Ausbruch einer Ebola-Epidemie im Süden Guineas bekämpfen Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums und ausländische Helfer die Krankheit in der Hauptstadt Conakry. Seit der Ausweitung auf Conakry Ende letzter Woche ist laut den Behörden die Hälfte der insgesamt 122 Krankheitsfälle in der Hauptstadt aufgetreten. 78 der Erkrankten verstarben, die Sterberate liegt also bei über 60 Prozent. Es brach jedoch entgegen einigen Meldungen bisher keine Panik aus. Laut Mamadi Kaba, einem Menschenrechtsaktivisten in Conakry, schöpfen die Hauptstadtbewohner Hoffnung, weil die Hilfe ausländischer Experten in grossem Stil angelaufen ist.

Die Einwohner seien angewiesen worden, Hände und Füsse mit Javelwasser zu waschen, berichtete Kaba am Montag am Telefon. Das Reinigungsmittel ist als Folge einer Choleraepidemie im letzten Jahr in genügenden Mengen vorhanden. Laut Kaba konnten alle in Conakry aufgetretenen Krankheitsfälle auf Virusträger zurückverfolgt werden, die im Süden des Landes, dem Zentrum der Epidemie, angesteckt worden waren, beispielsweise, weil sie Begräbnisse von Opfern besuchten. Nun würden alle Reisenden, die aus dem Süden kommend nach Conakry heimgekehrt seien, und ihre Familienangehörigen unter Quarantäne gestellt. Das Leben gehe weiter, die Märkte seien geöffnet, sagte Kaba.

Am Wochenende wurden in den südlichen Nachbarländern Sierra Leone und Liberia weitere Fälle gemeldet; in den beiden Staaten wurden bisher 14 Fälle registriert, 11 von ihnen endeten tödlich. Die Bevölkerung wurde angewiesen, kein Fleisch von Waldratten und ähnlichem Wild aus den Tropenwäldern der Gegend zu verspeisen.

Derweil gab Senegal, das im Norden an Guinea angrenzende Nachbarland, die Schliessung der gemeinsamen Grenzübergänge bekannt. Es handle sich vorerst um eine reine Vorsichtsmassnahme, sagte die senegalesische Gesundheitsministerin am Samstag gegenüber der französischen Nachrichtenagentur AFP.

http://www.nzz.ch/aktuell/panorama/hilfe-in-grossem-stil-angelaufen-1.18274571