Entschuldigung an das russische Volk

Wir Deutschen, die diesen Brief an das russische Volk unterschreiben,

entschuldigen uns beim russischen Volk für den respektlosen Vertrauensbruch der deutschen Regierungen, der US-Regierungen und der Nato-Führer gegenüber Russland:

Unsere Länder hatten 1990 Russland zugesichert: Wenn ihr der deutschen Wiedervereinigung zustimmt und auch zustimmt, dass Gesamtdeutschland Mitglied der Nato werden kann, gehen wir mit dem Nato-Militärbündnis keinen Zentimeter über die deutschen Grenzen hinaus nach Osten Richtung russischer Grenze. Russland wollte für die eigene Sicherheit eigentlich einer Wiedervereinigung nur zustimmen, wenn Deutschland ein neutrales, keinem Militärbündnis angehöriges Land wird, hat aber wegen dieser Zusicherung die Nato-Mitgliedschaft des wiedervereinigten Deutschlands akzeptiert.

Michail Gorbatschow (M.), Helmut Kohl (r.) und Hans-Dietrich Genscher

Unsere politischen Führungen  haben dieses Versprechen in den vergangenen Jahren rücksichtslos  gebrochen und ein osteuropäisches Land nach dem anderen in die Nato aufgenommen und Russland militärisch eingekreist.  Sie bauen jetzt sogar an Russlands Grenzen Raketen auf, mit denen sie Russland bedrohen. Das Argument, dass die osteuropäischen Länder in die Nato wollten, um ihre Souveränität zu sichern, hätte nur dazu führen dürfen, ein gemeinsames Sicherheitssystem mit Russland und den Nato-Ländern zu schaffen: Keinesfalls aber hätte die Nato sich nach Osteuropa ausdehnen dürfen, weil das die USA und Deutschland gegenüber Russland ausdrücklich ausgeschlossen hatten. Wir sehen die Aufnahme der Krim durch Russland, die dem Willen der Krimbewohner entspricht, deshalb auch als verständliche Reaktion auf die Einkreisungsstrategie der Nato-Länder.

Die Ausdehnung  der Nato in Richtung der russischen Grenze  entgegen dem Versprechen der westlichen Länder ist ein nicht zu akzeptierendes Vorgehen: Bitte glaubt nicht, dass wir Deutschen alle so wenig zu unserem Wort stehen. Vielen von uns sind diese Vorgänge erst jetzt in der Krise richtig bewusst geworden. Wir haben unsere Verantwortung als Bürger eines demokratischen Staates nicht ausreichend wahrgenommen, das Verhalten unsere Regierungen Euch gegenüber zu kontrollieren. Wir haben nicht unsere demokratische Pflicht erfüllt, einen solch frevelhaften Vertrauensbruch gegenüber ihrem Land zu verhindern.

Wir wollen jetzt alles tun, um das gegenseitige Vertrauen wieder herzustellen und auszubauen. Wir schlagen zudem vor, jetzt das Nato-Bündnis in ein gemeinsames globales Bündnis umzuwandeln, das Russland und China gleichberechtigt einschließt. Damit wollen wir sicher sein, dass alle Konflikte diplomatisch geklärt werden und nicht mit militärischer Gewalt!

Begründung:
Wir wissen,

das russische Volk hat unendlich unter dem Versuch Deutschlands gelitten, es zu erobern, zu unterwerfen, auszuhungern und sein Land als Siedlungsraum für „deutsche Wehrbauern“ zu nutzen, beim erzwungenen Rückzug dann noch die russische Infrastruktur und viele Städte und Dörfer zu zerstören

wir wissen, dass das russische Volk die größten Opfer gebracht hat, um das nationalsozialistische Deutschland zu besiegen und auch den größten Beitrag geleistet hat, Hitlers Armee zu besiegen; es hat damit auch uns Deutsche von diesem Terrorregime befreit.

wir sind dankbar, dass Russland trotz dieser Erfahrungen der Wiedervereinigung Deutschlands zugestimmt hat und keine militärische Gewalt eingesetzt hat, um die demokratischen Bewegungen in Deutschland und Osteuropa niederzuwerfen

wir verstehen aufgrund der geschichtlichen Erfahrungen vor allem der deutschen Militär-Interventionen in beiden Weltkriegen, dass Russland sich bei der Wiedervereinigung ausbedungen hat, dass keine andere Großmacht mehr bis zu ihren Grenzen vorrücken darf, um das Land und seine Menschen bedrohen zu können. Das war Russland auch vom US-Präsidenten Roosevelt und den USA in den Konferenzen zur Gestaltung der Welt nach dem Krieg ausdrücklich zugesichert worden.

File:Bundesarchiv Bild 101I-031-2436-05A, Russland, Hinrichtung von Partisanen.jpg

Von den deutschen hingerichtete Widerstandskämpfer gegen die deutsche Okkupation!

Erstellt von der Initiative für ein Bündnis: Wir wollen keinen Krieg