Ukraine: EU besorgt über Nationalisten

29. März 2014, 18:49

“Rechter Sektor” fordert Rücktritt Innenminister Awakows – Außenbeauftragte Ashton ruft zu Gewaltverzicht auf

Kiew/Brüssel – Die EU macht sich wegen der Proteste nationalistischer Kräfte in der krisengeschüttelten Ukraine Sorgen. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton warnte vor einer Einschüchterung des Parlaments in Kiew. Anhänger der rechtsextremen Partei Rechter Sektor hatten nach demTod ihres Anführers Alexander Musytschko durch Polizeikugeln den Rücktritt von Innenminister Arsen Awakow gefordert.

“Ich rufe den Rechten Sektor und andere Parteien in der Ukraine auf, weder mit Gewalt zu drohen noch diese anzuwenden”, teilte Ashton in einer Erklärung in der Nacht zum Samstag mit. Die Parteien müssten ungenehmigte Waffen sofort abgeben.

Vorwürfe gegen Innenminister

Die Bewegung, die jüngst eine Partei gegründet hatte, werde friedlich vor dem Parlament demonstrieren, kündigte Sprecher Andrej Bondarenko an. Awakow habe seine Untergebenen nicht im Griff. “Die Kundgebung ist nicht gegen das Land und nicht gegen das Parlament gerichtet”, sagte Bondarenko dem Sender Radio Liberty am Freitag.

Ranghohe Politiker wie die ukrainischen Präsidentschaftskandidaten Pjotr Poroschenko und Vitali Klitschko hatten die gewaltbereiten Demonstranten am Donnerstagabend von einer Erstürmung des Parlaments abgehalten. Der Rechte Sektor wirft den Behörden vor, sie hätten Alexander Musytschko, einen Koordinator der Gruppe in der Westukraine, gezielt ermorden lassen.

Das Innenministerium hingegen betont, Musytschko habe bei einem Festnahmeversuch selbst das Feuer auf die Beamten eröffnet und sei bei der Schießerei tödlich verletzt worden. Awakow kündigte an, alle Dokumente und Videoaufnahmen zu dem Fall zu veröffentlichen. “Dann kann jeder selbst entscheiden, wer ein Held ist und wer ein gemeiner Bandit”, schrieb Awakow bei Facebook. (red/APA, 29.3.2014)

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