ARMUT
Wo das Geld nicht für Essen reicht

In Indien, China und Russland ist Nahrung für viele Menschen erschwinglicher geworden. In der Türkei, den USA und Griechenland sieht es anders aus, zeigt die Grafik.VON 

© ZEIT ONLINE / Statista

Immer mehr Menschen in der Türkei können sich zumindest zeitweilig keine Nahrungsmittel leisten. Waren es 2006/2007 noch 27 Prozent der Türken, die nicht genug Geld für Lebensmittel hatten, waren es im vergangenen Jahr 32,7 Prozent, wie die vom Statistikportal Statista für ZEIT ONLINE erstellte Infografik zeigt.

Auch in den USA ist die Armut gestiegen: 2006/2007 waren es knapp 14 Prozent der Amerikaner, bei denen das Einkommen nicht reichte, um sich Essen zu kaufen. Im Vorjahr war ihr Anteil auf 21,1 Prozent gestiegen. In den durch die Eurokrise geplagten Ländern Griechenland und Italien hat sich die Lage auch verschärft: 2011/2012 konnten sich 17,9 Prozent der Griechen zeitweilig keine Lebensmittel leisten, in Italien waren es 13,2 Prozent der Bevölkerung. Fünf Jahre zuvor waren es in Griechenland noch 13 Prozent, in Italien nicht einmal jeder Zehnte.

Verbessert hat sich dagegen die Situation in den asiatischen Ländern: In Indien haben in den vergangenen Jahren unzählige Menschen vom wirtschaftlichen Aufschwung profitiert. War es 2006/2007 noch fast ein Drittel der Milliardenbevölkerung, die auf Lebensmittelspenden angewiesen waren, betrug ihr Anteil fünf Jahre später noch 16,3 Prozent – Tendenz sinkend.

Auch in China ist die Entwicklung enorm. Bei acht Prozent der Bevölkerung reicht bisweilen das Geld nicht für Essen. 2006/2007 waren es noch knapp unter 20 Prozent.

Und hierzulande? Auch in Deutschland sind Menschen auf Angebote wie die Tafel und Lebensmittelspenden angewiesen. Immerhin 4,6 Prozent der Bevölkerung nutzten dies im Jahr 2011/2012. Fünf Jahre zuvor waren es noch 7 Prozent. Vor allem alleinerziehende Mütter mit einem schlecht bezahlten Job oder einer Teilzeitstelle sind hierzulande auf Hilfe angewiesen.

http://www.zeit.de/wirtschaft/2014-03/infografik-nahrungsmittel-nicht-genug-geld-laendervergleich