TIMOSCHENKOS TIRADE GEGEN PUTIN„Dem Mistkerl in die Stirn schießen“

Julija Tymoschenko 2011

25.03.2014, 11:18 Uhr, aktualisiert 25.03.2014, 16:47 Uhr

Solche Leute haben uns die westlichen Medien seit Jahren als demokratische Hoffnungsträger verkauft! Oligarchen, Hassende, Rechtsradikale, will der Westen damit Demokratie aufbauen oder ist ihm jeder Recht, mit dem sie Putin in die Knie zwingen und die Zusammenarbeit zwischen Russland und Europa torpedieren können!

Ein Telefonmitschnitt bringt die ukrainische Ex-Regierungschefin Timoschenko in Erklärungsnot: Sie beschimpft darin die Russen und äußert eine Morddrohung gegen Putin. Die brisanteste Aussage streitet sie jedoch ab. Aussagen der ukrainischen Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko aufhorchen: Jüngst hatte sie dem russischen Präsidenten Wladimir Putin „ungefilterten Faschismus“ vorgeworfen, nun sagt sie in einem Telefonat, dass sie gerne zu einer vollautomatischen Waffe greifen würde, um dem Anführer der Russen („Mistkerl“) in die Stirn zu schießen. Und weiter: „Ich werde die ganze Welt (gegen Russland) erheben, sobald ich es kann, damit – verdammt – von Russland nicht einmal ein verbranntes Feld übrig bleibt.“

Der Unterschied: Während ihr Hitler-Vergleich in der Zeitung gedruckt nachzulesen war, sollte die Morddrohung geheim bleiben. Doch nun ist ein Mitschnitt des Gesprächs von Mitte März, das Timoschenko mit Nestor Schufritsch, einem langjährigen Weggefährten von der prorussischen Partei der Regionen geführt hat, an die Öffentlichkeit gelangt. Mittlerweile lässt sich das Telefonat auf Youtube anhören – inzwischen auch schon mit deutschen Untertiteln.

HITLER-VERGLEICHEBraune Ausrutscher

Der Russland-Berichterstatter der Unions-Bundestagsfraktion, Karl-Georg Wellmann (CDU),  kritisierte die Todesdrohungen scharf. Zugleich äußerte Wellmann die Hoffnung, dass Timoschenko im Fall einer Präsidentschaftskandidatur die Wahl am 25. Mai nicht für sich entscheiden wird. „Die Ukraine braucht eine Staatsführung, die besonnen das Land in die europäische Normalität führt“, sagte der CDU-Politiker Handelsblatt Online. Gute Beziehungen zu allen Nachbarn seien wichtig. „Solche Formulierungen entsprechen nicht europäischen Standards und sind nicht geeignet, das Vertrauen in Richtung EU und Russlands aufzubauen.“

Die 53-jährige Timoschenko, die für viele noch ein Symbol der prowestlichen Orangenen Revolution von 2004 ist, lässt sich in dem Gespräch zu einer wahren Hasstirade hinreißen. Eine Serie von Flüchen gipfelt am Ende des Telefonats in der Aussage, dass die acht Millionen Russen, die auf dem Territorium der Ukraine leben, mit Atomwaffen zu erschießen seien.

Mittlerweile hat sich Timoschenko zu der Veröffentlichung geäußert. Die Echtheit des Gesprächs bezweifelt sie nicht, wohl aber die Passage mit den Atomwaffen. Via Twitter entschuldigte sie sich für die Flüche und beklagte, dass die Passage über den Umgang mit den in der Ukraine lebenden Russen eine Montage sei.

Zwei Monate vor der Präsidentenwahl in der Ukraine – bei der Timoschenko wohl kandidieren wird – schlossen Kritiker nicht aus, dass der zunächst von russischen Staatsmedien aufgegriffene Mitschnitt ein Teil von Timoschenkos Wahlkampagne ist. Damit wolle sich die 53-Jährige, der immer wieder enge Bande mit Putin vorgeworfen werden, als Nationalistin beweisen und im antirussisch geprägten Westen des Landes Stimmen sammeln.

http://www.handelsblatt.com/politik/international/timoschenkos-tirade-gegen-putin-dem-mistkerl-in-die-stirn-schiessen/9663638.html