UKRAINE-KRISE

Krim-Krise: Altkanzler Helmut Kohl mahnt zu Besonnenheit
Altkanzler Kohl mahnt
zu Besonnenheit
Bei einem Treffen mit dem kroatischen Oppositionsführer Tomislav Karamarko (54) hat Altkanzler Helmut Kohl auch seine Sorge über die Krise um die Ukraine geäußert und zugleich Besonnenheit auf allen Seiten angemahnt: „Es hat seitens des Westens in den vergangenen Jahren hier große Versäumnisse gegeben. Die Aufbruchstimmung in der Ukraine wurde nicht mehr klug begleitet. Ebenso hat es an Sensibilität im Umgang mit unseren russischen Nachbarn gemangelt, insbesondere mit Präsident Putin.
Wir könnten heute schon viel weiter sein. Über Nacht lassen sich die Dinge jetzt nicht lösen. Wir brauchen Zeit und vor allem Besonnenheit. Das gilt für alle Seiten und alle Fragen. Wir dürfen nicht vergessen: Krieg ist kein Mittel der Politik. Wir wollen in Europa friedlich und vertrauensvoll miteinander leben. Das friedliche Zusammenleben zwischen verschiedenen Völkern und Religionen muss dabei auch innerhalb eines Landes möglich sein.
Die Krise um die Ukraine macht – leider – einmal mehr deutlich, dass wir uns in Europa keineswegs in Sicherheit wiegen dürfen. Krieg ist nicht zwingend eine Frage der Vergangenheit. Wir müssen Europa also weiter vertiefen und ausbauen und dabei beherzigen: Europa ist und bleibt zuallererst ein Werk des Friedens – mit allem, was dazugehört: neben dem Frieden auch die Freiheit, die Demokratie, das Selbstbestimmungsrecht der Menschen, der Wohlstand und der Rechtsstaat.“
Kohl hatte neben Tomislav Karamarko auch dessen Kollegen, Dr. Miro Kovac (45), bis im Sommer vergangenen Jahres Botschafter Kroatiens in Deutschland, zu einem rund 1,5-stündigen Gespräch empfangen. Dabei zeigte sich Helmut Kohl erfreut, dass sein „alter Freund Jean-Claude Juncker, ein erprobter Kämpfer für Europa, jetzt zum Spitzenkandidaten der EVP für die Europa-Wahl im Mai gewählt wurde“.
http://www.bild.de/politik/inland/helmut-kohl/mahnt-in-ukraine-krise-zu-besonnenheit-35030200.bild.html

Kanzlerin Angela Merkel verschärft den Ton Richtung Russland. Auch Bundespräsident Joachim Gauck kritisiert das Vorgehen Moskaus außergewöhnlich deutlich. Helmut Kohl dagegen zäumt das Pferd von hinten auf: Der Altkanzler sieht im Umgang des Westens mit Präsident Wladimir Putin ein Problem.

“Die Aufbruchstimmung in der Ukraine wurde nicht mehr klug begleitet”, kritisiert der Altkanzler laut “Bild”-Zeitung. “Ebenso hat es an Sensibilität im Umgang mit unseren russischen Nachbarn gemangelt, insbesondere mit Präsident Putin”, so Kohl, der sich in der Vergangenheit nur noch selten zu Wort gemeldet hat.

Merkel: Russland hat Krim “geraubt”

Die Kanzlerin dagegen hat Russland auf einer Sitzung der Unionsfraktion nach Angaben von Teilnehmern vorgeworfen, die ukrainische Halbinsel Krim “geraubt” zu haben. “Man kann schon von Annexion sprechen”, sagte die Kanzlerin weiter. Dies dürfe man der russischen Führung nicht durchgehen lassen.

Merkel sei vor der Fraktion einerseits nachdenklich und besonnen, aber auch sehr entschlossen und mit einer “klaren Ansage” aufgetreten. Sie habe auch bekräftigt, es solle von deutscher Seite aus im Umgang mit der Krise einen Dreiklang geben: einerseits Hilfen für die Ukraine, andererseits auch weitere Gespräche mit Russland, doch müssten Russland auch Grenzen gesetzt werden. Merkel erneuerte demnach in diesem Zusammenhang die Drohung mit Sanktionen.

Deutliche Worte von Gauck

Auch Bundespräsident Gauck übte deutliche Kritik an Russlands Vorgehen in der Krim-Krise: “Ich bin besorgt darüber, dass das russische Vorgehen die Souveränität der Ukraine riskiert und bewusst eine Verschärfung der Situation einkalkuliert”, sagte Gauck nach einem Gespräch mit dem Generalsekretär des Europarates, Thorbj¢rn Jagland. Der Bundespräsident forderte die Europäische Union zum Zusammenhalt in der Debatte über Sanktionen gegen Moskau auf.

http://www.t-online.de/nachrichten/specials/id_68436998/krim-krise-altkanzler-helmut-kohl-kritisiert-umgang-des-westens-mit-russland.html

 

 

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